Wer Rollenspiele betreibt, beschäftigt sich gerne geistig. Das stelle ich jetzt einfach mal in den Raum. Sicherlich gibt es eine große Bandbreite zwischen Pragmatikern und Intellektuellen, doch beide Gruppen finden offenbar Gefallen daran, Rollenspiel-Publikationen zu lesen, sich kritisch mit Regelwerken auseinanderzusetzen und womöglich am Ende ihre eigenen Vorstellungen in der Hausbrauerei zu verwirklichen. Dies ist wunderbar und für mich selbst auch ein Grund, diesem lebendigen Hobby einen nicht unerheblichen Teil meiner Lebenszeit zu widmen. Für eine bestimmte Gruppe wird dies aber zum Problem: die Gruppe der Menschen, die Rollenspiele nicht kennen, nicht von sich aus motiviert sind, sich mit Rollenspiel zu befassen und dem Lesen, Schreiben und Rechnen generell eher ablehnend gegenüberstehen.
Wer würde denn mit so einer Gruppe Rollenspiel betreiben?
(Ich bin froh, dass ich mir an dieser Stelle selbst diese Frage stelle! :D)
Tatsächlich kommt auch mir beim Thema Rollenspiel der Anfängergeist dann und wann abhanden. Meines Wissens befasst sich niemand ernsthaft mit den tatsächlichen kognitiven Anforderungen unseres Hobbies. Rollenspiel ist nicht einfach – auch diese Aussage stelle ich einfach mal so in den Raum. Es erfordert ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit, einer dreistündigen Rollenspiel-Session zu folgen. Ebenso eine gut ausgebildete Impulssteuerung, um bei den Gesprächen innerhalb der Session die anderen Spieler nicht zu stören. Es braucht auch Frustrationstoleranz, wenn Würfelproben nicht zu meinen Gunsten ausfallen. Zuletzt ist es auch möglich, dass die Gruppe meine Entscheidung oder Handlung in Frage stellt – ohne Kritikfähigkeit und grundlegende soziale Umgangsformen kann es schnell unangenehm werden. Wer nun glaubt, dies betreffe nur Kinder und Jugendliche, dem empfehle ich mal den Reddit-Thread RPGHorrorStories.
Warum also funktioniert das Rollenspiel in einer Schule für Erziehungshilfe seit vier Jahren in allen Klassenstufen immer wieder so verdammt gut?
Die Bereiche Konzentration, Impulssteuerung und Frustrationstoleranz sind die Top 3 der Baustellen in der Erziehungshilfe und Fundament für jede weitere persönliche und schulische Entwicklung. Für meine Unterrichts- und Tagesplanung muss ich immer von einem erheblichen Defizit in diesen Bereichen ausgehen, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überraschen. Trotz aller Bemühungen, meinen Unterricht und den Tagesverlauf methodisch und inhaltlich passend, abwechslungsreich und motivierend zu gestalten, ist es unmöglich, jeden Schüler zu erreichen. Also falls ihr als Spielleiter mal wieder denkt, dass eure Session kein Erfolg war, stellt euch folgende Fragen:
- Haben eure Spieler auf dem Tisch geschlafen oder wortlos den Raum verlassen?
- Wurdet ihr beleidigt, bespuckt, beworfen oder geschlagen?
- Hat sich einer der Spieler aus Frust selbst verletzt oder sich schmollend unter den Tisch gesetzt?
Wenn ihr zwei von drei Fragen mit Nein beantworten könnt, dann seid ihr Vorzeigespielleiter. Was ich hier etwas humorvoll darstelle, sind reale Handlungsmuster von Kindern und Jugendlichen in meinem Arbeitskontext. Es ist mir wichtig zu betonen, dass das Interesse und die Begeisterung meiner Schüler für Rollenspiele nicht selbstverständlich ist. Für mich ist es etwas sehr Besonderes und meine größte Motivation.
Durch den großen Wunsch, Rollenspiele in der Schule zu spielen, habe ich eine kleine Hassliebe zu komplexen Systemen entwickelt, da ich durchaus ein hohes Interesse an Mechaniken, Layout und Gamedesign habe, die meisten System und Abenteuerbände für den Einsatz in der Schule aber unbrauchbar sind. Für die Schule braucht es pragmatisches Denken (z.B. Mausritter, Cairn, EZD6), ein klares Layout (z.B. Shadowdark) und funktionelles Spielmaterial (z.B. Tiny Dungeon). Man muss seine Erwartungen hinterfragen, denn man kann sich als Spielleiter leider nicht auf die Mitarbeit und die intrinsische Motivation der Spieler verlassen. Worauf man sich verlassen kann, ist die absolute Begeisterung der Kinder und Jugendlichen, wenn sie das erste Mal mit der Methode TTRPG (Tabletop Role-Playing Game) in Berührung kommen und ihre ersten fiktiven Entscheidungen in einer Fantasiewelt treffen.
Lehrer vs. Spielleiter: kein Rollenkonflikt
Das Rollenspiel in der Schule ist im Kern nicht anders als das Spielen mit einer Gruppe Freunde – zumindest sollte es das nicht sein. Der offensichtlichste Unterschied besteht im Setting (das nicht zu vergessen auch einen Zwangskontext darstellt) und der höheren Verantwortung, die der Spielleiter (Lehrer) für die Spieler hat. Zuallererst ist man Lehrer, also vertritt man die Eltern als Erziehungsberechtigte, sollte sich der Vorbildfunktion bewusst sein und eine positive persönliche und schulische Entwicklung sollte im Zentrum aller Bemühungen stehen.
Eine gute Beziehung zu Schülern und Eltern ist die Basis für jeden erfolgreichen Lern- und Arbeitsprozess und auch für ein positives Spielerlebnis. In der Sonderpädagogik und besonders im Bereich emotionale und soziale Entwicklung liegt ein Schwerpunkt der Arbeit auf dieser Beziehungsarbeit. Dies ist auch im Bildungsplan zu lesen:
“Die Schule für Erziehungshilfe legt bei allen Lernprozessen besonderen Wert auf die Gestaltung der Beziehung zwischen den Schülerinnen und Schülern, insbesondere aber auch zwischen den Lehrkräften und den Kindern und Jugendlichen. Damit ermöglicht sie grundlegende Erfahrungen wie emotionale Nähe und Verlässlichkeit.” [Bildungsplan 2010 Schule für Erziehungshilfe Baden-Württemberg]
Ich verstehe bis heute nicht, warum solche Sätze im Bildungsplan des Gymnasiums nicht zu finden sind, als würde die höhere Leistungsbereitschaft und die häufig bessere sozioökonomische Situation der Kinder und Jugendlichen im Gymnasium eine gute Beziehung zwischen Schülern, Mitschülern, Eltern und Lehrern unnötig machen – aber das ist ein anderes Thema.
Diagnostik: Wie ticken die Schüler?
Wie bereits oben kurz erwähnt, liegt der pädagogische Nutzen vor allem im sozialen Miteinander, im Training von Aufmerksamkeit, lösungsorientierter Kommunikation und der Möglichkeit zur Entwicklung von Frustrationstoleranz. Ein weiterer nicht zu verachtender Effekt von Rollenspielen ist, dass sie nach einiger Zeit einen recht soliden Einblick in die Weltsicht und die Wertvorstellungen der Spieler geben. Es ist quasi unmöglich, während des Spiels keine Beobachtungen hinsichtlich gewisser Persönlichkeitsmerkmale zu machen. Dies sollte nicht als laienpsychologisches Diagnosemittel missverstanden werden. Diagnose und Psychotherapie überlassen wir bitte den Profis. In jedem sozialen Setting offenbart man naturgemäß nach und nach Merkmale der eigenen Persönlichkeit – im Rollenspiel wird das beobachtbare Verhalten auf einzigartige Weise verdichtet und der Prozess dadurch stark beschleunigt. Außerdem entstehen kuriose Situationen, die sich so in der realen Welt kaum ereignen würden. Kinder und Jugendliche erleben die Situationen in ihrer Fantasie sehr eindrücklich und sie verhalten sich im Spiel häufig so, wie sie sich selbst in einer solchen Situation verhalten würden. In diesen emotions- und spannungsgeladenen Situationen steckt viel Potenzial, aber auch ein gewisses Risiko. Ich möchte klarstellen, dass ich Rollenspiele in der Schule so betreibe, dass ich es vor Eltern, Schulleitung und Schülern selbstbewusst vertreten kann. Meine Erfahrungen sind zu 99% positiv. Dennoch möchte ich auch warnen: In seltenen Fällen habe ich beobachtet, dass im Rollenspiel erlebte Situationen starke Emotionen bei Kindern und Jugendlichen ausgelöst haben. In solchen Situationen ist das Spiel ganz klar zu unterbrechen und das Erlebte sollte besprochen und mit den betreffenden Schülern geklärt werden.
Wie hilft Rollenspiel, das soziale Miteinander zu verbessern?
Nach meinem Verständnis braucht es auch für das Rollenspiel eine gemeinsame und bestenfalls freundschaftliche Basis. In der Schule kann das Rollenspiel als Methode gerade die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern stärken, da der Lehrer für eine kurze Zeit nicht als solcher auftritt, sondern Teile einer Geschichte vorliest, in andere Rollen schlüpft, seine Stimme verstellt, herumblödelt und den Schülern so eine vollständig neue spielerische Erfahrung und eine willkommene Abwechslung zum Unterrichtsalltag ermöglicht. Doch auch die Lerngruppe als solche kann davon profitieren, wenn störende Verhaltensweisen Einzelner immer wieder besprochen werden. Schon im Kindergarten können Kinder sehr resolut auftreten, wenn das Verhalten der Mitspieler den Spielspaß der Gruppe stört. Gut moderiert, können solche Konflikte dazu beitragen, die Gruppe als Ganzes zu stärken.
Wie hilft Rollenspiel, lösungsorientierte Kommunikation zu vermitteln?
Ich kenne keine andere Methode, in der es so häufig zu Situationen kommt, die eine gemeinschaftliche Lösung erfordern und obendrein noch so wenige Anforderungen an Ressourcen stellt. Ich habe schon zahlreiche erlebnispädagogische Projekte und auch eine Form des pädagogischen LARPs erleben dürfen, bei denen es um den Teamgeist, den Zusammenhalt und die gute lösungsorientierte Kommunikation der Gruppe ging. So etwas ist natürlich wunderbar und dem Rollenspiel im pädagogischen Kontext haushoch überlegen. Leider leben wir personell und finanziell nicht in Utopia und somit sind solche Angebote zwar phasenweise möglich, doch nicht die täglich umsetzbare Realität. Somit bieten TTRPGs die Möglichkeit, zumindest im Kleinen solche Probleme zu präsentieren und die Zeit im Klassenzimmer für die kooperative Problemlösung zu nutzen. Hier stellen sich auch schon die ersten spielmechanischen Fragen, wie zum Beispiel die Frage nach den Fähigkeiten der einzelnen Spieler. Unterschiedliche Stärken und Schwächen machen eine Kooperation nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Zum Spiel- und Abenteuerdesign werde ich jedoch einen weiteren Artikel schreiben.
Wie hilft Rollenspiel die Aufmerksamkeit zu trainieren?
Spielen ist Lernen! Spiele erfordern naturgemäß Aufmerksamkeit, doch im Gegensatz zum Lernen aus Büchern wird im Spielen oft ein hohes Maß an intrinsischer Motivation erzeugt. Rollenspiele konkurrieren in der Schule mit dem gewöhnlichen Unterrichtsstoff aus Schulbüchern. Selbstverständlich ist dies ursächlich für einen großen Teil der Begeisterung. Wer einer Schulklasse die Wahl lässt zwischen der Wiederholung des Gerundiums im Grammatikunterricht oder einer Rollenspiel-Session, braucht keine Kristallkugel, um das Ergebnis vorauszusehen. Nichtsdestotrotz fällt auf, dass Kinder und Jugendliche, denen es sonst sehr schwer fällt, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren, in dieser spielerischen Unterrichtsform immer wieder eine erstaunliche Aufmerksamkeit und Ausdauer zeigen. Spielen in jeder Form gehört in die Schule.
Wie kann Rollenspiel die Frustrationstoleranz verbessern?
Wer spielt, kann verlieren. Oft reicht es jedoch schon, dass sich das Spiel nicht wie erwartet entwickelt, um negative Gefühle zu erzeugen. Der Umgang mit starken Emotionen ist Teil unserer Arbeit an der Schule für Erziehungshilfe. Hinsichtlich des Rollenspiels sollte der Lehrer ein gutes Gespür für die einzelnen Schüler, das passende Setting, die verwendeten Illustrationen und eine gute Beobachtungsgabe hinsichtlich der Gruppendynamik haben. Dies sind Voraussetzungen für ein gelingendes Spiel und übrigens auch für einen gelingenden Unterricht. Der spielleitende Lehrer sollte obendrein ein guter Moderator sein, um die Geschehnisse am Spieltisch in die gewünschten inhaltlichen Bahnen zu lenken. Dies vorausgesetzt, sehe ich keine erheblich größere Gefahr bei Rollenspielen im Vergleich zu gewöhnlichen Brettspielen, die im pädagogischen Kontext gang und gäbe sind.
Wie kann Rollenspiel dabei helfen, die Kritikfähigkeit zu verbessern?
Wie oben bereits angeschnitten: Man spricht in vielen Fällen nicht direkt über das Verhalten des Schülers, sondern über das Verhalten seines Charakters in einer fiktiven Situation. Somit lässt sich die Kritik leichter annehmen und die Schüler verstehen erstaunlich schnell den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und dem Spielspaß der Gruppe. Im Unterricht oder bei Konflikten auf dem Pausenhof sucht man dieses Verständnis oft vergeblich. Problematische Situationen, die schnelle Entscheidungen verlangen, kommen im Spiel naturgemäß häufiger vor als im Schulalltag. Somit verdichten sich auch problematische Verhaltensweisen oder Handlungen der Schüler.
Das problematische Verhalten der Schüler im Spiel sollte mit der Gruppe thematisiert werden. Ein immer wiederkehrendes Beispiel ist die exzessive Gewalt, die indifferent auf Monster, NPCs und vereinzelt auch Mitspieler angewendet wird. Bei allen Verhaltensweisen der Schüler, die den Spielfluss und Spielspaß verhindern, gilt es herauszufinden, warum sich der Spieler so verhält. Handelt es sich um mangelndes Interesse am Spiel? Wurden die Hinweise darauf, dass das Spiel auch für die Spieler tödlich sein kann, nicht verstanden? Hat der Spieler tatsächlich keine Ideen, wie er sich in dieser oder jener Situation anders verhalten könnte? Jede dieser Ursachen ist Anlass für eine Diskussion und immer ein gutes Lernfeld. Wird zunächst nach dem Warum gefragt und Verständnis gezeigt, ist Reflexion die Basis für Veränderung.
TTRPG: Eine gute Methode
Es sollte inzwischen klar geworden sein, dass die Methode der TTRPGs für mich in die Schule gehört – das ist kein verrücktes Hobbyprojekt eines verwirrten Einsiedlers (zumindest hoffe ich das). Es ist mir ein Anliegen, möglichst vielen Schülern einen Erstkontakt mit Pen & Paper Rollenspielen zu ermöglichen, da ich immer wieder gesehen habe, dass dieser erste Kontakt mit dem Hobby viele weitere kreative Leistungen hervorbringt. Ich hatte Schüler, die sich am Schreiben eigener Abenteuer versucht haben, ich hatte Schüler, die unbedingt ihren Charakter zeichnen wollten, es gab Schüler, die Zauber für die Spiele entwickeln wollten, und fast alle Schüler wollten einfach immer wieder spielen.
Die größte Frage und ein Teaser auf den nächsten Artikel:
Die praktische Machbarkeit des Rollenspiels in der Schule. Zu Beginn meiner Arbeit an diesem Thema im Jahr 2020 stellten sich mir viele Fragen. Interessanterweise liest sich der Bildungsplan der Werkrealschule ebenso wie der Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe wie eine Einladung an den Lehrer, TTRPGs in der Schule anzubieten. Wer einen Deep Dive machen möchte, findet hier den Bildungsplan der Werkrealschule (BW) und hier den Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe (BW). Eine Auflistung der Kompetenzbereiche, die innerhalb einer Rollenspiel-Session angebahnt werden können, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.
Die Frage nach dem Wie
Doch so offen der Bildungsplan den Einsatz von Rollenspielen im Unterricht auch willkommen heißt, so spärlich ist die Zahl der Publikationen, die für einen Einsatz in der Schule infrage kommen. Wie sollte ich, ein ahnungsloser Tropf, ohne geeignetes Material eine Gruppe von bis zu acht Schülern im Rollenspiel anleiten? Zum normalen Wirrwarr der Rollenspielsysteme und der riesigen Menge an Content in den sozialen Netzwerken drängten sich mir unter anderem folgende Fragen auf:
- Wie kann ich das Rollenspiel stets altersgerecht gestalten?
- Wie kann ich das Rollenspiel vor den Eltern, Kollegen und der Schulleitung rechtfertigen?
- Welche Bildungsplaninhalte könnten mit der Methode konkret bearbeitet werden?
- Wie behalten meine Schüler und ich den Überblick über den bisherigen Verlauf und finden bei Stundenbeginn schnellstmöglich zurück ins laufende Abenteuer?
- Welches und wie viel Material brauche ich und wie organisiere ich das im Klassenzimmer?
- Wie wichtig sind Illustrationen für die Motivation und den Spielfluss?
- Wie erhalte ich bei Kampfszenarien den Überblick über Aktionen, Reaktionen, Zauber, Zustände und die Dynamik der Gruppe im Auge (gleichzeitig müssen ja weiterhin die Klassen- und Schulregeln beachtet werden)?
- Wie viele Regeln muss das Spiel haben, damit es sich nicht willkürlich anfühlt, und ab wann überfordern die Regeln meine Schüler oder mich als Spielleiter?
- Wie kann ich als Spielleiter die notwendige Ruhe und Achtsamkeit aufbringen, wenn ich von einer Klasse in die nächste hetze?
- Wie integriere ich neue Schüler schnell in bereits laufende Abenteuer?
- Wie gehe ich mit Schülern um, die krankheitsbedingt fehlen?
- Wie hole ich unkonzentrierte und unmotivierte Spieler wieder zurück ins Boot?
- Wie moderiere ich hitzige Diskussionen der Gruppe um fiktive Spielinhalte, sodass etwas Konstruktives dabei herauskommt und das Spiel nicht ins Stocken gerät?
- Wie erstelle ich oder wo bekomme ich Rollenspielmaterial (wie z.B. Battlemaps, Token, Würfelunterlagen, Handouts, Charakterbögen, Würfel), das kostengünstig und leicht reproduzierbar ist (meine Schülerschaft neigt zum Verlegen und Verlieren)?
- Wie schaffe ich es, dass die Schüler nicht betrügen, sondern verstehen, dass z.B. ein Versagen beim Würfelwurf das Spiel phasenweise sogar interessanter machen kann?
Man könnte also sagen, ich spielte meine ersten Rollenspielrunden ohne Training direkt im „Hard Mode“, und auch wenn ich auf die meisten Fragen heute bereits eine Antwort habe, befinde ich mich weiterhin in einem ständigen Für und Wider der Ideen. Eine essenzielle Frage, auf die ich noch keine finale Antwort habe, lautet:
Wie gestalte ich Abenteuer und Settings so, dass sie am Spieltisch (im Schulalltag) funktionieren und gleichzeitig extrem leicht zu leiten sind? Der Frage nach einem geeigneten System, funktionalem Spielmaterial und zugänglichem Abenteuerdesign, werde ich in den folgenden Artikeln nachgehen.
Warum das Ganze?
Man könnte jetzt fragen, warum das Ganze? Wieso gibt man sich so viel Mühe, eine Sache wie das Rollenspiel gegen alle Widerstände voranzutreiben?
Die Antwort: Es funktioniert, es motiviert, es fasziniert und stellt dadurch ganz sicher eine nicht zu verachtende Methodik für den Unterricht dar. Natürlich ist es auch mein Hobby und die Beschäftigung mit Spielmechaniken, Gamedesign und Layout machen mir Freude und motivieren mich, den kreativen Teil meines Wesens zu erforschen.
Nebenbei dient mir dieser Artikel auch als Rechtfertigung für den Einsatz von Rollenspielen im Unterricht. Unser Hobby hat Substanz und sollte nicht leichtfertig nur als “Spiel” bezeichnet werden. Allen, die sich angesprochen fühlen, möchte ich sagen: Ich war in meinem Leben selten Teil einer so offenen, großzügigen und lebendigen Community. Wir mögen Nerds sein, aber eines sind wir nicht: totale Nerds 😀
In diesem Sinne bis zum nächsten Artikel.
moccachino
@kritischerfehlschlag.de finde ich mega, danke! Mache ja Mausritter an einer Grundschule, leicht andere Erfahrungen, im Grunde aber das gleiche.
LikeGefällt 1 Person
@kritischerfehlschlag.de superinteressant, Dankeschön!
LikeGefällt 1 Person
Super spannende Artikel-Reihe, ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung! Und ein tolles Ding was du da an der Schule drehst 🤟
LikeLike
Hallo,
Mein Name ist Friedrich, ich studier Soziale Arbeit und schreibe demnächst meine Bachelor arbeit. Ich schreibe über die förderung von Komunikationsfähigkeit von Menschen mit Autismus durch TTRPG. Dafür suche ich noch Interview Partner die Erfahrung in diesem Bereich haben. ich würde mich freuen wenn sie sich mit mir in verbindung Setzen könnten um ein paar fragen zu klären.
LikeLike
Ich rede mit dem Autoren 🙂
LikeLike