Die besten kostenlosen deutschen Rollenspiele für Einsteiger:innen
Gordy Higgins
Dutzende Bücher, PDFs, Deluxe-Charakterbogen, Würfel, Zubehör, digitale tools: Man kann für das Hobby Pen and Paper Rollenspiel eine ganze Menge Geld ausgeben. Muss man aber nicht. Es ist eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse der Branche, dass man für Rollenspiel nur etwas Fantasie und ein paar Freunde und/oder Freundinnen (oder die Familie) braucht.
Braucht man überhaupt Regeln für Rollenspiel?
Eigentlich nicht mal das. Spielende können einfach mit einem Kopf-oder-Zahl-Münzwurf entscheiden, ob sie eine Aktion schaffen oder nicht. Wenn ihre Spielfigur in etwas besonders gut ist, dürfen sie die Münze halt zwei Mal werfen.
Ein bisschen mehr Mechanik darf es für die meisten Leute dann aber doch sein. Und natürlich gibt es auch Fans von sehr stark simulationistischen Spielen, die versuchen, Wahrscheinlichkeiten und die Realität möglichst genau abzubilden. Nach meiner Erfahrung wird in den meisten Spielrunden aber gar nicht so viel von Würfeln entschieden. Gute Kommunikation am Tisch und ein allgemein gutes Gefühl mit den Mitspielenden ist viel wichtiger als das konkrete Regelsystem.
Liste kostenloser deutscher Rollenspiele für Einsteiger
Dies ist eine kuratierte Liste. Es tauchen nur Spiele darin auf, zu denen ich eine qualifizierte Aussage treffen kann. Es gibt nämlich unzählige kostenlose Rollenspiele abseits der bekannten Verlage im Internet. In der Szene ist es fast ein running gag, dass es mehr Spiele als Spielende gibt. Diese Liste erhebt also nichts ansatzweise einen Anspruch auf Vollständigkeit. Was auch ein Ding der Unmöglichkeit ist. pnpde.social versucht aber, in einem Wiki ALLE kostenlosen deutschen Rollenspiele zu sammeln.
1w6 Freunde: Leichtgängiges Rollenspiel für Fans von TKKG, Fünf Freunde und Konsorten. Gute Unterstützung, recht viel Material.
Spielinhalt: Die Spielenden übernehmen die Rollen von jungen Detektiv:innen, die Kriminalfälle lösen.
Spielgefühl: In erster Linie narrativ. Hier werden keine „großen Geschichten“ erzählt, sondern kleine Dinge in der Nachbarschaft. Vor allem für Fans des Genres interessant. Ein bisschen Retro-Feeling.
Würfelsystem: Ein W6
Eignung für Einsteiger:innen:Hervorragend. Das Spiel erklärt sich selbst gut, ist komplett und einfach zu verstehen.
24XX: Einfache Regeln, mit denen man sehr schnell ein eigenes Spiel machen kann. Das Standard-Setting ist Sci-Fi.
Spielinhalt: Ein Baukastensystem, bei dem man relativ viel selbst machen muss, um ein komplettes Spiel zu erhalten.
Spielgefühl: Ein schlankes, aber gut funktionierendes System. Insbesondere für Sci-Fi.
Würfelsystem: Je nach Situation Ein W4 oder bis zu Zwei W6
Eignung für Einsteiger:innen:Eher schwach. Mindestens eine Person in der Gruppe sollte Erfahrung mit Rollenspielen haben. Dann kann 24XX aber sehr gut funktionieren.
Spielinhalt: Mittlerweile weitaus umfassender als die Vorlage. AD&D ist ein Fantasy-Rollenspiel aus dem Jahr 1980 und bietet Regeln für alle erdenklichen Umstände, in denen sich Spielfiguren wiederfinden können.
Spielgefühl: Spielfiguren sind (vor allem anfangs) fragil. A.L.R.I.K. erzählt keine Helden-Epen. Gleichzeitig verfügen die Spielfiguren nicht über viele Fähigkeiten. Die Spielenden sollen lieber kreative Lösungen finden. Das Spiel ist eine Herausforderung an die Spielenden, weniger eine Einladung, konsequent eine Rolle zu verkörpern.
Würfelsystem: Es werden alle gängigen Würfel genutzt. Keine einheitliche Mechanik, alles funktioniert irgendwie ein bisschen anders.
Eignung für Einsteiger:innen:Mittelmäßig. Das System ist komplett und erklärt sich recht gut. Dem Alter geschuldet ist es aber nicht elegant designt. Wenn ihr Freunde von taktischen Video- und Brettspielen seid: eine hervorragende Wahl. Wenn ihr eher die schauspielerische Facette an Rollenspiel mögt, eher nicht.
Spielinhalt: Ihr seid Schwertkämpfer und erforscht Dungeons. Etwas anderes sieht das Spiel nicht vor, kann aber eventuell improvisiert werden.
Spielgefühl: Wie bei A.L.R.I.K.
Würfelsystem: Es werden alle gängigen Würfel genutzt. Keine einheitliche Mechanik, alles funktioniert irgendwie ein bisschen anders.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher Schwach. Extrem reduzierte Schnellregeln, für Leute, die grundsätzlich schon wissen, wie Oldschool-DnD funktioniert. Prinzipiell tut das Spiel aber, was es soll.
B
Basic Fantasy RPG: Eines der ersten OSR-Spiele, das noch immer gut unterstützt wird.
Spielinhalt: Basic Fantasy basiert ebenfals auf altem D&D und hat den gleichen Spielinhalt wie A.L.R.I.K. – dabei aber weniger Sonnderregeln. Das kann man gut oder schlecht finden.
Spielgefühl: Wie bei A.L.R.I.K.
Würfelsystem: Es werden alle gängigen Würfel genutzt. Keine einheitliche Mechanik, alles funktioniert irgendwie ein bisschen anders.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Leichter zu lernen als A.L.R.I.K. aber komplett genug, um keine Fragen offen zu lassen. In mehrere Sprachen übersetzt, mit vielen Abenteuern und optional vereinfachten Regeln. Basiert auf dem legendären D&D B/X, das für sehr viele alte Hasen der Einstieg ins Hobby war.
Beutelschneider: Interessantes Fantasy-Spiel und haptopoetischer Systembaukasten.
Spielinhalt: Abenteuer in einer Fantasy-Welt. Man kann aber grundsätzlich auch andere Genres spielen.
Spielgefühl: Herausforderungen werden schnell, abstrakt aber logisch gelöst, sodass sich die Spielenden auf die Geschichte konzentrieren können. Da es keine Charakterklassen oder ähnliches gibt, brauchen die Spielenden ein wenig Fantasie bei der „Erstellung“ ihrer Spielfiguren.
Würfelsystem: Keine Würfel. Stattdessen ziehen die Spielenden Murmeln in fünf verschiedenen Farben aus einem Beutel.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Leicht verständliches System, logischer Ablauf. Man braucht halt sehr viele Murmeln. Wenn die vorhanden sind, hat das Spiel nur Abzüge in der B-Note, denn das Layout ist sehr schlicht.
C
Cairn: Ein im englischen Sprachraum sehr verbreitetes, sehr regelleichtes Rollenspiel.
Spielinhalt: Vornehmlich die Erkundung von Dungeons mit Fantasy-Spielfiguren.
Spielgefühl: Im Prinzip so wie bei A.L.R.I.K. und anderen Oldschool-Spielen. Aber Cairn legt sehr viel Wert darauf, dass Spielfiguren durch die Dinge, die sie dabei haben, definiert werden.
Würfelsystem: Im Kern (höhö) W20 Roll-Under.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Cairn ist leicht verständlich und die deutsche Version gut aufgemacht. Das Spiel lässt wenig Fragen offen und es gibt auch einige deutsche Abenteuer.
Canes Belli: Eines von unseren Spielen. 80er-Jahre-Actionhelden in Space.
Spielinhalt: Ihr spielt Elite-Soldaten in der fernen Zukunft, die sich gegen ein faschistisches Regime auflehnen und außerdem Außenposten vor bösen Aliens retten.
Spielgefühl: Ein Action-Spiel mit vergleichsweise sehr kompetent-starken Spielfiguren. Mechanisch mächtige „One-Liner“ sorgen für pulpig-humorvolle Stimmung mit popkulturellen Referenzen.
Würfelsystem: W6-Poolsystem. Das heißt, es werden ungefähr ein Dutzen sechsseitige Würfel geworfen und dann gezählt, wieviele davon eine 5 oder 6 zeigen.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Canes Belli ist ein kurzes Heft und geht nicht in die Tiefe, wie genau man Rollenspiele eigentlich spielt. Wenn das grundsätzlich klar ist, bleiben aber keine Fragen offen.
Spielinhalt: Ihr spielt relativ normale Leute, die mysteriösen Ereignissen auf den Grund gehen und dabei mit kosmischem Schrecken konfrontiert werden.
Spielgefühl: Eindeutig auf Schauspiel und Immersion ausgelegt. Taktik oder Strategie spielen keine Rolle. Je nach Szenario mal mehr, mal weniger auch für Rätselfreunde geeignet.
Würfelsystem: W100-Roll Under. Man würfelt mit zwei zehnseitigen Würfeln, wovon einer die Zehnerstelle und einer die Einerstelle darstellt. So niedrig wie möglich.
Eignung für Einsteiger:innen: Mittelmäßig. Es gibt viele Szenarien für Cthulhu, aber die sind aufgrund der Informationsdichte vergleichsweise schwer zu leiten. Das Spielsystem selbst ist sehr einfach.
D
Destiny: Mehrere verschiedene Rollenspiele basierend auf dem ungewöhnlichen „W66“-System.
Spielinhalt: Destiny gibt es in mehreren Ausführungen. Von diesen ist insbesondere die Fantasy-Variante Destiny Beginner empfehlenswert.
Spielgefühl: Eher auf das Erleben von Geschichten und das Ausspielen der Charaktere ausgerichtet. Aber trotzdem ein gewisser Oldschool-Vibe. Das Talentsystem lässt sehr individuelle Charaktere zu.
Würfelsystem: Das einzige Spiel, das mir bekannt ist, dass W66 nutzt. Also Zwei sechsseitige Würfel, von denen einer die Zehnerstelle und einer die Einserstelle darstellt.
Eignung für Einsteiger:innen: Fast Hervorragend. Für ein Indie-Projekt ist Destiny extrem komplett und erklärt sich auch selbst gut. Ich ganz persönlich denke, es ist ein wenig umfangreicher, als es sein müsste. Aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau.
Spielinhalt: Das Schwarze Auge ist Deutschlands erfolgreichstes Rollenspiel. Diese Edition versucht den Geist des Spiels einzufangen, aber zu vereinfachen. Man spielt Figuren in einer Pseudo-mittelalterlichen Fantasy-Welt.
Spielgefühl: Es fühlt sich grundsätzlich wie DSA an, verschlankt aber wichtige Stellen, sodass weniger gewürfelt werden muss.
Würfelsystem: W20 Roll-Under.
Eignung für Einsteiger:innen: Fast gar nicht. Die Let’s Play Edition ist eine gute DSA-Variante, aber quasi nicht ohne das eigentliche DSA-Regelwerk oder zumindest sehr tiefe Systemkenntnis spielbar. Dann aber deutlich flotter.
Dungeonslayers: Ein originär deutsches Retro-Rollenspiel, einst absolutes Community-Phänomen.
Spielinhalt: Dungeon- und actionlastiges Fantasy-Rollenspiel. Hat aber durchaus Potenzial dazu, auch eher narrativ gespielt zu werden.
Spielgefühl: Mit etwas stabileren Figuren als in Oldschool-DnD und reichlich Individualisierungsmöglichkeiten über „Talente“ lädt Dungeonslayers deutlich mehr zu Charakter-Rollenspiel ein. Einiges erinnert Nostalgiker ein wenig an DSA.
Würfelsystem: W20 Roll-Under.
Eignung für Einsteiger:innen: Herorragend. Dungeonslayers funktioniert, ist in sich komplett und erklärt sich gut. Das Talentsystem ist etwas umfangreicher und kleinteiliger, als es hätte sein müssen, aber das tut dem Spiel keinen Abbruch. Außerdem gibt es viel Material und noch immer eine aktive Community.
DURF: Basiert irgendwie auf Oldschool-D&D, funktioniert aber anders. Sehr knuffige Optik.
Spielinhalt: Im Grunde wie A.L.R.I.K. und andere OSR-Spiele. Hat aber eine Menge Hausregeln, die das Spiel doch deutlich anders machen.
Spielgefühl: Schneller und dank Regeln wie Zauberpatzern etwas unterhaltsamer als OSR-Spiele. Aber mindestens genauso tödlich. Vergleichende Proben im Nahkampf machen diesen gegen starke Gegner noch gefährlicher.
Würfelsystem: W20 Roll-Over.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Das Spiel an sich funktioniert und ist auch gut erklärt. Die niedliche Optik kann etwas täuschen. Das größte „Problem“ ist, dass sich alte D&D-Module und die ausgezeichneten Abenteuer der OSR-Bewegung nicht so leicht damit spielen lassen, wie das System behauptet. Das Übertragen von Monsterwerten erfordert doch etwas Übung.
E
Einhundertelf Jahre: Ein Konzept-Spiel, das eher für einmaligen Gebrauch gedacht ist.
Spielinhalt: Ihr seid Spielzeugfiguren, die aus einem Haus entkommen müssen, bevor es abgerissen wird.
Spielgefühl: Einhundertelf Jahre ist fast so sehr Erzählspiel, wie es Rollenspiel ist. Als solches verlangt es sehr viel Kreativität und Fantasie von allen Beteiligten.
Würfelsystem: Rollover mit verschiedenen Würfeln, die dann „verbraucht“ sind.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher mäßig. Prinzipiell ist alles da, was man braucht. Aber Einhundertelf Jahre stellt doch recht hohe Anforderungen an alle Spielenden, damit eine befriedigende Spielsitzung entsteht. Für Fortgeschrittene kann es aber eine tolle Erfahrung sein.
Endure: Elegantes, einfaches System für Horror- und Survivalszenarios.
Spielinhalt: Ihr spielt relativ normale Leute während irgendeiner Art von Katastrophe.
Spielgefühl: Endure ist in erster Linie eine Ressourcenverwaltung, bei der man überlegen muss, wann man seine „Ausdauer“ einsetzt.
Würfelsystem: 2W6 Roll-Over
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Endure ist einfach, elegant und schnell. Es sieht gut aus und erklärt sich gut. Leider gibt es keine fertigen Abenteuer oder Anleitungen, wie man Szenarios dafür entwirft. Die Wertung ist Hervorragend für Gruppen aus einer erfahrenen Spielleitung und neu einsteigenden Spieler:innen.
F
Fate: Es gibt eine Vielzahl von kostenlosen Spielen, die auf Fate basieren.
Spielinhalt: Fate kann im Grunde alles abbilden.
Spielgefühl: Relativ leichtgängig, aber braucht Fantasie, gute Kommunikation und Improvisationsgabe von allen Beteiligten.
Würfelsystem: Spezielle „Fudge“-Würfel. Oder W6.
Eignung für Einsteiger:innen: Mittelmäßig. Fate funktioniert, ist hübsch und ziemlich gut erklärt. Aber auch abstrakter als viele andere Spiele. Für absolute Einsteiger:innen kann die Freiheit des Systems überfordernd sein.
Fetensprenger: Exzellentes, kurzes Erzählrollenspiel für Fans der Hangover-Filme (und sonstige Leute mit Humor).
Spielinhalt: Ihr wacht mit dem schlimmsten Kater eures Lebens auf.
Spielgefühl: Fetensprenger ist ein Erzählspiel. Es gibt keine Spielleitung und die Handlung denken sich alle gemeinsam aus.
Würfelsystem: W6 für Zufallstabellen.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Erzählspiele können ziemlich herausfordernd sein, weil sie viel Kreativität und auch den Mut, seine Ideen auszusprechen, erfordern. Ich halte Fetensprenger für einen exzellenten Einstieg in diese Spielwelt.
FHTAGN: Sehr ähnlich zu CTHULHU aber komplett umsonst.
Spielinhalt: Ihr spielt relativ normale Leute, die mysteriöse Begebenheiten erforschen.
Spielgefühl: Eindeutig auf Schauspiel und Immersion ausgelegt. Taktik oder Strategie spielen keine Rolle. Je nach Szenario mal mehr, mal weniger auch für Rätselfreunde geeignet.
Würfelsystem: W100 Roll-Under
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Eigentlich muss man die Unterschiede zu CTHULHU fast mit der Lupe suchen. Aber alle, die man findet, machen das Spiel einen Hauch zugänglicher. Außerdem eine gute Community und einige gute Szenarien.
Spielinhalt: FreeFate ist ein Baukasten, mit dem man selbst ein Spiel erstellt.
Spielgefühl: Das gleiche wie bei Fate.
Würfelsystem: Spezielle „Fudge“-Würfel. Oder W6
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. FreeFate ist etwas neuer und besser erklärt als Fate. Spielende müssen eine Vorstellung davon haben, was ihre Spielfigur können soll. Das kann absolute Einsteiger:innen überfordern.
G
Gammaslayers: Dungeonslayers – aber in der Postapokalypse
Spielinhalt: Rollenspiel in Welten wie Fallout, Mad Max und Konsorten.
Spielgefühl: So wie Dungeonslayers.
Würfelsystem: W20-RollUnder
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Gammaslayers funktioniert genau so wie Dungeon Slayers. Ich kann nicht den Finger drauflegen, aber irgendwie finde ich es etwas weniger zugänglich. Auf jeden Fall gibt es viel weniger Spielmaterial als für Dungeonslayers.
Gassenhunde: Eines von unseren Spielen. Wie Gangs of New York im 16. Jahrhundert.
Spielinhalt: Ihr spielt eine Bande von Kleinkriminellen in einer Fantasy-Stadt.
Spielgefühl: Ein Spiel mit vergleichsweise kompetent-starken Charakteren. Ein mehrstufiges Klassensystem und Kampf-Combos liefern mechanische Tiefe. Trotzdem eher für Charakterspiel gedacht.
Würfelsystem: W6-Poolsystem. Das heißt, es werden ungefähr ein Dutzen sechsseitige Würfel geworfen und dann gezählt, wieviele davon eine 5 oder 6 zeigen.
Eignung für Einsteiger:innen: Mittelmäßig. Gassenhunde ist zwar grundsätzlich leicht zu verstehen und zu spielen, verlangt aber doch einiges von der Spielleitung, um eine gute Spielwelt mit spannenden Parteien zu erschaffen.
Spielinhalt: Man kann nahezu alles mit G.U.R.P.S. spielen.
Spielgefühl: Kommt wirklich darauf an, was man draus macht.
Würfelsystem: Kernsystem ist ein 3W6-Roll-Under.
Eignung für Einsteiger:innen: Mittelmäßig. G.U.R.P.S. ist etwas für Bastler. Es gibt Tonnen von Material im Internet. Hauptsächlich englisch. Aber ich kenne niemanden, der es sein Lieblingssystem nennt. Das hat schon seinen Grund.
H
How to be a Hero: Einst von den Rocket Beans für ihre Pen-and-Paper Runden erdacht, hat das System mittlerweile einige Fans.
Spielinhalt: How To Be A Hero kann alle möglichen Szenarien abdecken.
Spielgefühl: Kommt darauf an, was man draus macht.
Würfelsystem: W100-Roll-Under
Eignung für Einsteiger:innen: Eher Mäßig. Ehrlich gesagt ein relativ schlecht funktionierendes BRP-Derivat mit vielen Designlücken. Das ist okay und nachvollziehbar, weil es eigentlich wirklich nur für die Streams schnell funktionieren sollte. Als Phänomen aber absolut erwähnenswert. Man kann es spielen, aber viele Spiele in dieser Liste sind schlicht besser.
Spielinhalt: Klassenloser Dungeon-Crawl. Ähnlich wie Cairn.
Spielgefühl: Oldschool, aber astrakter.
Würfelsystem: Nutzt verschiedene Würfel.
Eignung für Einsteiger:innen: Mittelmäßig. Ähnlich wie DURF ist Knave nicht so richtig kompatibel mit OSR-Modulen. Es hat außerdem weniger interessante Hausregeln. Dafür einiges an eigenem Material. Trifft im Vergleich zu anderen OSR-Systemen meinen persönlichen Geschmack nicht so gut.
L
M
Malmsturm: Erstes – und bestes – deutsches Spiel, das auf Fate basiert.
Spielinhalt: Fantasy-Spiel in einer Welt, die mal mehr, mal weniger subtil von Heavy Metal inspiriert ist.
Spielgefühl: Kommt ein bisschen auf die Spielgruppe an. Relativ episch, relativ finster, relativ Metal.
Würfelsystem: „Fudge“-Würfelsystem
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Für ein Fate-Spiel ist Malmsturm durchaus gut geeignet für Anfänger:innen.
Spielgefühl: Wie immer bei OSR, nur sehr minimalistisch.
Würfelsystem: Meistens W20 Roll-Over
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gar nicht. Ohne Vorkenntnisse eigentlich nicht spielbar. Trotz des extremen Minimalismus irgendwie trotzdem verwirrend.
Mini D20: Eines von unseren Spielen. Fühlt sich wie ein sehr schnelles, einfaches D&D5 an, ist aber kompatibel mit OSR-Abenteuern.
Spielinhalt: Fantasy-Rollenspiel, das alles Mögliche abbilden kann. Relativ stabile Charaktere haben Fertigkeiten und Fähigkeiten. Kein OSR-Spiel, nur kompatibel damit.
Spielgefühl: Relativ heroische Abenteuer in einer Fantasy-Welt. Fühlt sich ein bisschen an wie DnD 5, ist aber viel unkomplizierter.
Würfelsystem: W20 Roll-Over
Eignung für Einsteiger:innen: Hervorragend. Sehr einfaches Spiel, in sich geschlossen, nur ein Würfel, volle Kompatibilität zu OSR-Modulen.
Minimum PbtA: Die schnellste und einfachste Variante des Systems „Powered by the Apocalypse“.
Spielinhalt: Mit PbtA kann man fast alles spielen.
Spielgefühl: Kommt drauf an, was man damit macht.
Würfelsystem: Im Kern 2W6 Roll-Over
Eignung für Einsteiger:innen: Mittelmäßig. Erfordert eigenen Weltenbau und ein Verständnis dafür, wie man PbtA-Spiele spielt. Wenn das Verständnis bei allen Beteiligten da ist, ein tolles Spiel.
N
O
P
Q
R
Rock & Stone: Eines von unseren Spielen. Basiert auf Mini D20
Spielinhalt: Ihr spielt die letzten Zwerge in einer Fantasy-Welt. Kompatibel mit OSR-Modulen. Aber kein OSR-Spiel.
Spielgefühl: Relativ heroische Abenteuer in einer Fantasy-Welt. Fühlt sich ein bisschen an wie DnD 5, ist aber viel unkomplizierter. Quasi wie Mini D20 mit eingebauter Story.
Würfelsystem: W20 Roll-Over
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Sehr einfaches Spiel, in sich geschlossen, nur ein Würfel, volle Kompatibilität zu OSR-Modulen. Völlig uninteressant, wenn man keine Zwerge mag. Weniger lustig, wenn man Klischees über Fantasy-Zwerge nicht kennt oder ablehnt.
Spielinhalt: Ziemlich klassische Fantasy und Dungeon-Crawls.
Spielgefühl: Scouts & Scoundrels liefert einige Hausregeln, die das System gleichzeitig breiter einsetzbar machen und mehr auf ein klassisches Fantasy-Setting fokussieren. Charaktere können deutlich mehr individualisiert werden als bei Cairn.
Würfelsystem: Im Kern W20 Roll-Under
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Scouts & Scoundrels kann das, was es tun soll ordentlich. Das Regelwerk ist komplett und ziemlich gut erklärt. Schade, dass kein deutsches Abenteuer dazu gibt. Der Einsatz von KI-Illustrationen ist in Teilen der deutschen Rollenspielszene sehr verpönt. Das System gibt an, mit Material von Cairn kompatibel zu sein. Ich habe meine Zweifel, dass das wirklich für unerfahrene Spielende so einfach geht.
Slumdogs: Unser erstes Spiel. Cyberpunk mit Würfelpools.
Spielinhalt:Shadowrun für Leute, die lieber mit wenig Regeln spielen. Aber mit ganz vielen 6er-Würfeln.
Spielgefühl: Auf dem sogenannten „Street Level“, dort aber durchaus kompetent. Fühlt sich an wie Shadowrun. Schmeckt auch so.
Würfelsystem: W6-Würfelpools.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher mäßig. Slumdogs ist zwar einfach und erklärt sich selbst relativ gut, aber ohne einen Hintergrund in Shadowrun und/oder anderen Cyberpunk-Systemen schwer zu erfassen. Wenn der Hintergrund da ist, VIEL einfachere Version, die exzellent läuft.
Starslayers: Ein weiteres Spiel auf der Engine von Dungeonslayers. Hier wird im Weltraum geslayt.
Spielinhalt: Action-Sci-Fi. In Space!
Spielgefühl: Letztlich genauso wie Dungeonslayers.
Würfelsystem: W20 Roll-Under.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. So wie Gammaslayers funktioniert Starslayers gut, hat aber weniger Unterstützung als Dungeonslayers.
Spielinhalt: Wie immer bei OSR. Leicht eingekürzt und vereinfacht.
Spielgefühl: Wie immer bei OSR.
Würfelsystem: Im Kern W20 Roll-Over.
Eignung für Einsteiger:innen: Hervorragend. Continual Light halte ich persönlich für eines der besten OSR-Spiele. In sich geschlossen, gut erklärt und elegant aufs Wesentliche reduziert.
T
Tunnel Goons: Sympathisches kleines Rollenspiel mit herzigen Illustrationen.
Spielinhalt: Ihr seid Tunnel Goons. Das kann man schlecht erklären, seht es euch an. Grundsätzlich mal Fantasy. Irgendwie OSR-ig, aber nicht so richtig.
Spielgefühl: Eigentlich alles an Fantasy, aber knuffig. Erstaunlicherweise basiert „Endure“ (weiter oben auf der Liste) auf diesem Spiel.
Würfelsystem: 2W6 Roll-Over
Eignung für Einsteiger:innen: Hervorragend. Tunnel Goons ist sehr einfach zu verstehen und erklärt sich gut selbst. Das Spiel ist simpel, aber jede Designentscheidung funktioniert.
U
V
W
Weltenbuch: Sympathisches kleines Rollenspiel mit herzigen Illustrationen.
Spielinhalt: Klischeebehaftete Figuren erleben die Doppelseite eines Buches.
Spielgefühl: Fokus auf Geschichten erzählen und Charakterspiel. Konflikte werden relativ abstrakt abgehandelt.
Würfelsystem: W6-Würfelpool
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Weltenbuch ist relativ unkompliziert, wenn man es mal verstanden hat. Benötigt aber viel Fantasie. Ich finde, die Regeln könnten besser organisiert sein, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Wilde Lande: Ein weiteres Spiel, das auf alten D&D-Editionen basiert. Aber auf anderen!
Spielinhalt: Wilde Lande ist ein weiteres Fantasy-Spiel. In diesem Genre kann es sehr viel abbilden.
Spielgefühl: Dank D&D3-Einflüssen schon deutlich anders als in typischen OSR-Spielen. Fertigkeiten und ziemlich viele Charakter-Optionen.
Würfelsystem: Im Kern W20 Roll-Over.
Eignung für Einsteiger:innen: Eher gut. Wilde Lande deckt einen Bereich der D&D-Geschichte ab, der fast vergessen ist. Könnte man als regelleichtere Variante von Pathfinder begreifen.