Campaign-every-other -day 2024 – Teil 12 (Strolche & Dolche)

Natürlich hätte ich den Titel „Strolche & Dolche“ besser gefunden

Selten hat mich ein System mechanisch so fasziniert wie Blades in the Dark. Die kleinen Zahnräder des Systems greifen perfekt ineinander und fusionieren so zu einem wunderschönen Gesamtwerk. Kombiniert mit einem spannenden Setting, vielen unterschiedlichen Fraktionen, interessanten Besonderheiten und einem klar begrenzten Raum, rundet das Werk dann vollends ab.

Blades in the Dark spielt sich für mich wie eine TV-Serie und wird, wie früher Shadowrun, in Sessions und Seasons unterteilt. 10 Sessions bilden dabei eine Season, wobei jede Season ein eigenes Thema hat.

Für eine Season gestalte ich dann – zuerst nur für mich als Spielleiter- einen Kampagnenrahmen:
Man nehme ein starkes und eindeutiges Thema, das im Bestfall keine zusätzlichen Informationen benötigt, z.B.


„Aufstieg und Fall der Leviathane“

In diesem Kampagnenrahmen werden folgende Fraktionen von mir als Akteure festgelegt:

  • The Leviathan Hunters
    The daring captains and crews that grapple with titanic demons of the Void Sea to drain their blood for processing into electroplasm.
  • Sparkwrights
    The engineers who maintain the lightning barriers. Also pioneers of new technology, often indulging in dangerous research.
  • Ministry of Preservation
    The governmental body of the Imperium that oversees all transportation between cities and the disbursement of food and other vital resources.

Diese drei Fraktionen stehen in einem Beziehungsgeflecht, welches nun auf die Aktionen der Spielfiguren wartet.
Zusammen mit diesen Fraktionen werden noch ein paar wichtige NSC auf ein A2-Blatt aufgeschrieben.

Gemeinsam mit diesem Sheet werden nun die Spielfiguren und die Crew entwickelt, und zwar direkt so, dass sie in irgendwelchen Verbindungen mit den etablierten Fraktionen und Personen stehen. Dafür gibt es bei der Erstellung für jede Spielfigur noch einen Fragebogen (entlehnt aus Urban Shadows), auf den zb stehen:
„Für wen hast du zuletzt gearbeitet?“
„Wem schuldest du einen Gefallen?“
„Wer hat dich in der Vergangenheit über den Tisch gezogen?“
usw.

Natürlich dürfen die Spieler sich auch gegenseitig in die Verantwortung nehmen. Spannender sind jedoch Verpflichtungen und Gefälligkeiten  gegenüber NSC.


Am Ende werden, ähnlich wie in Beyond the Wall, neue Figuren, Orte und vielleicht auch Fraktionen auf dem Sheet etabliert, ein Netzwerk aus Beziehungen und Vorgeschichten entsteht. Die Spieler sind sich von Anfang an bewusst, worum es grob in diesem Kampagnenrahmen geht und stellen sich und ihre Figuren darauf ein.

Und dann geht die Action direkt los, denn bei maximal 10 Spielsitzungen kann man es direkt von Anfang an knallen lassen. Meiner Erfahrung nach ist diese direkte und offene Kommunikation des Themas und des Umfangs Gold wert und die Spieler bemühen sich von Anfang an, sich in diese Kampagne einzubringen. Und oft genug wird man bereits bei der Erstellung der Figuren überrascht und erlebt schöne Momente des Rollenspiel.

Und alle am Tisch können sich sicher sein, dass am Ende der Season das Setting anders sei wird wie zu Beginn. Und damit setzt man den Status Quo für die nächste Season mit einem anderen Thema.

-grannus –

Veröffentlicht von grannus

Über mich kannst du auf dem Blog unter "Team" lesen. Ansonsten bin ich am liebsten Papa, Autor und Spielleiter.

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