Meine aktuelle Lieblingsband ist King Gizzard and the Lizard Wizard. Die sechs Australier veröffentlichen meist Konzeptalben, die sich einem bestimmten Stil oder einem bestimmten Thema widmen – manchmal auch beides. Das tut meiner Fantasie sehr gut und mittlerweile habe ich schon eine kleine Liste an Gizz-Alben, die ich unbedingt mal ins Rollenspiel transformieren will. Dabei wäre ich noch nicht einmal dier erste mit dieser Idee, denn Felix Augustsson hat beim Mörk Borg Album Crawl Jam bereits aus „Murder of the Universe“ einen one-pager gebaut.
Mein erster Schritt ist also die Auswahl des Albums und eines passenden Rollenspielsystems. „PetroDragonic Apocalypse“ hat bereits einen starken drei-Lieder-Zyklus, der Weltenbau, relevante NPC, einen Twist und einen epischen Bosskampf enthält. Beste Voraussetzungen also. Wie der Name des Albums schon verrät, wird besagter Bosskampf nicht gut für die Menschheit ausgehen, das System sollte also nicht unbedingt ein heroisches Spiel fördern. Die spielbaren Charaktere sollten bewusst sterblich sein, das Setting vielleicht schon mit einem Bein im Abgrund… Hat da gerade jemand Mörk Borg gesagt? Also ich hab auf jeden Fall gerade Mörk Borg gesagt. Eine weitere willkommene Synergie ist der große (von mir vermutete) Überlapp zwischen Prog-Thrash-Metal-Fans und Mörk Borg-Spielenden. Das System steht somit also fest.

Allerdings möchte ich mir nicht nur diese drei Songs rauspicken, sondern das Album als Ganzes abbilden. Werfen wir also einen Blick in die Trackliste (exklusive Bonus-Track) und die Lyrics:
1. „Motor Spirit“ – Hier geht es um einen Bezin-Kult, Feuer als Element liegt nahe.
2. „Supercell“ – Stürme apokalyptischen Ausmaßes.
3. „Converge“ – Dieses Lied wirft einen Blick aus dem Weltraum auf die untergehende Erde, außerdem wird der Dämon Tchort kurz erwähnt, neben Abaddom und Set eine wiederkehrende mythologische Figur im Werk der Band.
4. „Witchcraft“ – Wicca-Hexenzirkel und Ritual als Rahmenhandlung.
5. „Gila Monster“ – Twist, bedrohlich gewachsene Echse als mögliche erste Boss-Stage.
6. „Dragon“ – Bosskampf, der Name ist Programm
7. „Flamethrower“ – Weltuntergang.
Während die zweite Hälfte schon recht rund aussieht, fehlt noch ein roter Faden um die ersten drei Tracks ins Gesamtgefüge eines Abenteuers einzubetten. Die Hexen sollten die rahmengebenden Auftraggeberinnen werden. Vielleicht brauchen sie für ihr Ritual ja noch wichtige Zutaten? Drei Songs, drei Zutaten, drei Themen, drei mythologische Figuren, da wird sich doch etwas draus machen lassen. Und Moment, es soll ein OSR-Abenteuer werden und wir haben noch keinen Dungeon! Also tun wir das einzig richtige und machen drei Dungeons und aus dem geplanten Abenteuer eine ganze Kampagne.
Mit Mörk Borg und den oben stehenden Überlegungen im Kopf sieht die Track List nun so aus:
1. „Witchcraft“ (Prelude) – Rahmen-NPC Wicca-Hexenzirkel und Ritual zur Besänftigung der Stürme als Handlung.
2. „Motor Spirit“ – Dungeon mit durchgedrehtem Feuerspucker-Kult und vielen Fallen, vielleicht haben sie irgendwo Benzin her? Tchort.
3. „Supercell“ – Beschwerliche Suche in Stadtruinen inmitten eines Sturms. Set.
4. „Converge“ – Herumirren zwischen den Sternen à la „Zuflucht des Magiers“ aus Diablo 2. Abbadom.
5. „Witchcraft“ (Reprise) – Wicca-Ritual, Höhepunkt und Twist.
6. „Gila Monster“ – bedrohlich gewachsene Echse als mögliche erste Boss-Stage.
7. „Dragon“ – Bosskampf.
8. „Flamethrower“ (Epilog) – Weltuntergang .
Die Outline steht also. Im nächsten Artikel dieser Reihe werde ich mir Gedanken um das Setting, die Fraktionen und wichtigen NPCs machen. Das Gegenwart-Setting des Albums und die Dark Fantasy-Welt von Mörk Borg müssen nämlich noch überein gebracht werden.
– kiki