Einzig der Warp kennt alle Geheimnisse dieses einst so stolzen Schiffes. Unsägliche Tragödien und unmenschliches Grauen haben ihm und der Besatzung ein Ende bereitet. Nun treibt diese Hülle inmitten eines Asteroidengürtels durch die endlose Nacht. Und wartet.
Die Batarcus und das Haus Haarlock
Seit Jahrhunderten befand sich das Schiff im Besitz der Dynastie der Haarlocks und war mehr als einmal Gegenstand wilder Geschichten. Erasmus Haarlock persönlich soll dieses Schiff befehligt haben. Die letzte Fahrt des Schiffes wurde jedoch lange nach dem Verschwinden des legendären Freihändlers unternommen. Dennoch wäre eine Verknüpfung zu Ereignissen rund um das Vermächtnis des Haarlocks denkbar und könnte einige neue Einblicke in das Leben der Freihändler offenbaren.
Die letzte Fahrt der Batarcus
Im Zuge des St. Drusus-Feldzuges wurden unzählige Welten erobert und niedergeworfen. Der Sektor wollte genährt werden und somit wurden Abermillionen an Kolonisten umgesiedelt. Die Batarcus war eines jener Schiffe, welches diese Neuankömmlinge auf die neuen Welten bringen sollte. Die schicksalhafte letzte Fahrt des Schiffes stand unter einem denkbar schlechten Stern – die Kabinen und Frachträume der Batarcus waren weit über die Kapazitäten mit Menschen, Gütern und Vieh überladen. Die Zustände waren menschenverachtend, die Besatzung brutal und die Verpflegung zu knapp kalkuliert.
Befehligt wurde der Freihändler von Kapitän Castus Quintos Maigrit. Mit an Bord befanden sich hohe Würdenträger des Adeptus Administratum, Präfekt Ravion und Schreiber Victus, welche zwar nicht die Befehlsgewalt über das Schiff hatten, jedoch die Unternehmung im Auftrag des Drusus leiteten.
Das Schicksal nahm seinen Lauf, als kurz vor Eintritt in den Realraum das Gellarfeld ausfiel. Dieser kurze Moment hat ausgereicht, um einigen dämonischen Entitäten Tür und Tor zu öffnen. Dem massiven Einsatz von schweren Waffen und dem unfreiwilligen Opfer vieler Männer ist es letztendlich zu verdanken, dass diese dämonische Invasion gestoppt werden konnte. Die daraus resultierenden Kollateralschäden waren jedoch der Todesstoß für das Raumschiff.
Was nun folgte, sollte weitaus schlimmer werden als das bisherige Grauen.
Der Antrieb der Batarcus war irreparabel zerstört, viele Bereiche des Schiffes abgeschottet und nicht zugänglich, anderorts war die Hülle perforiert und bot dem Vakuum ein kaltes Zuhause. Die Ressourcen auf dem Schiff waren knapp, der Zustand der Menschen schon bereits vor der Katastrophe alarmierend. Das Schiff trieb inmitten eines Asteroidengürtels im All, hilflos und auf sich allein gestellt, alle Astrophaten des Schiffes wahnsinnig oder tot. Eine neue Ordnung sollte sich wie ein Lauffeuer ausbreiten.
Präfekt Ravion meuterte gegen den Kapitän und gemeinsam mit den übrig gebliebenen Soldaten, Servitoren und Opportunisten wurde die alte Ordnung abgesetzt. In den folgenden Tagen und Wochen starben unzählige Menschen durch Hinrichtungen, angeordnet vom Präfekten persönlich. Andere Überlebende wurden nach und nach innerhalb des Asteroidengürtels ausgesetzt – oft mit dem Vorwand dort nach Eisvorkommen oder Habitaten zu suchen.
Zurück auf dem Schiff blieben schließlich der Präfekt, seine treuesten Anhänger sowie einigen hundert Kolonisten, welche nun ein Dasein in der Sklaverei führten.
Das Wrack heute
Bereits wenige Monate nach den schrecklichen Ereignissen fraßen sich die Anhänger der Meuterei gegenseitig auf. Der Präfekt konnte seine Diktatur nicht lange aufrecht erhalten. Die Kolonisten wehrten sich, die Soldaten verfielen dem Wahnsinn und der Gewalt, ein Virus hatte die Servitoren befallen und die grundlegendsten Güter gingen zur Neige. Die Batarcus ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und ein Geisterschiff. Viele Bereiche sind nicht mehr zugänglich oder vollständig zerstört. Die Brücke, der Maschinenraum und die Mannschaftsbereiche sind stumme Zeugen dieser Zeit.
Für Spielfiguren kann sich ein Besuch dennoch lohnen. Seien es sakrale Texte oder Objekte aus der Zeit des Feldzuges, oder noch versteckte Schätze der ursprünglichen Besatzung oder gar eines Haarlocks selbst. Vielleicht lauert in der Dunkelheit des Schiffs noch ein vereinzelter Dämon auf seine Beute.
Der Asteroidengürtel
Unzählige Männer und Frauen wurden vom Präfekten in die Dunkelheit des Alls verbannt. Manche fanden auf nackten Felsen ihren Tod oder trieben in der endlosen Schwärze bis der Sauerstoff ausging. Einige wenige hatten jedoch mehr Glück und konnten auf den Asteroiden Unterschlupf finden. Oder sie fanden einen weitaus gnädigeren Tod als auf dem Schiff selbst. In der abgebildeten Tabelle werden die Sehenswürdigkeiten des Asteroidengürtels kurz beschrieben, eine genau Ausarbeitung obliegt der Spielleitung.
| 1 – Das Labor des Inquisitors | Ein radikaler Inquisitor des Ordo Xenos hat sich auf einem der Asteroiden ein Labor eingerichtet. Der Zugang ist gesichert, das System autark und gewährt tiefe Einblicke in die Anatomie und Lebensweise vieler Xenos (hauptsächlich Orks, Tau und Eldar) |
| 2 – Der Bunker | Die Kolonisten haben das Eis auf diesem Asteroiden abgebaut und sich in die höhlenartige Struktur einen primitiv wirkenden Bunker gebaut. Die Nachkommen sind degeneriert und verwachsen, blind und kaum mehr menschlich zu nennen. |
| 3 – Das Artefakt | Eine gewaltige Stele ragt aus dem harten Gestein des Asteroiden. Das Gebilde ist sieben Meter hoch und ist mit Glyphen übersät. Ein leichtes Vibrieren geht von der Stele aus, der Ursprung des Artefakts ist unbekannt. |
| 4 – Archäologische Stätte | Auf diesem Asteroiden wurden eindeutig geologische Untersuchungen vorgenommen, tiefe Bohrlöcher führen in die lichtlose Tiefe. |
| 5 – Die Rettungskapsel | Einer der Kapseln ist hier abgestürzt. Alle Insassen starben dabei. Mit Glück lässt sich vielleicht noch etwas von Wert finden. |
| 6 – Der Wahnsinnige | Ein längst vergessenes Habitat von Piraten dient nun als Unterschlupf eines ehemaligen Astrophaten. Lebenserhaltende Maschinen und Implantate verlängerten sein Leben, doch der Geist ist gebrochen. |
Der historische Überbau: Die Batavia
Ehemals ein Handelsschiff der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Die Batavia war Schauplatz einer der grässlichsten Meutereien überhaupt.
Auch zu diesem Thema hat der Podcast „Geschichten aus der Geschichte“ eine wundervolle und spannende Episode veröffentlicht.
Viel Spaß beim Nachlesen, Hören und Inspirieren lassen .
-grannus-