Western ist ein Genre, dass ich sehr wenig gespielt habe, obwohl es eine Menge hergibt. Man sollte auf jeden Fall aufpassen, ob und wie man indigene Völker einbringt. Da ist in der Vergangenheit viel Quatsch gemacht worden.
Aber auch ohne diesen Fallstrick gibt es wahnsinnig viel, was man mit dem Western-Genre anfangen kann. Traditionell ist so das Schema „Fremder-kommt-in Stadt“. So funktioniert ja auch Lucky Luke. Das ist sehr episodenhaft. Für eine größere Kampagne fehlt im Western-Genre oft ein wenig das übergeordnete Event. Aber es gibt eins und es ist eine der spannendsten Geschichten der USA. Der Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahn von 1863 bis 1869.
Das Unternehmen Union Pacific baute von Osten nach Westen und das Unternehmen Central Pacific baute von Westen nach Osten. Sie sollten sich irgendwo in der Mitte treffen, was schließlich in Promontory, Utah, geschah. Beide wollten aber diesen Treffpunkt so weit wie möglich nach Westen, respektive Osten verlegen, weil beide Unternehmen vom Staat pro verlegter Meile bezahlt wurden. Es entbrannte also ein heftiges Rennen darum, wer bis zum Zusammentreffen der Linien mehr Schienen verlegt haben würde. Das ganze wurde für damalige Verhältnisse auch sehr stark medial begleitet.
Mehr Probleme, mehr Rollenspiel
Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Rollenspiel Probleme braucht. Und oh boy, gab es bei beiden Eisenbahngesellschaften viele Probleme.
- Logistik
- Zeitdruck
- Arbeitsmoral
- Schweres Gelände
- Ungeklärte Besitzverhältnisse des Bodens
- Ausfall von Arbeitskräften
- Misstrauen untereinander
- Sabotage der konkurrierenden Gesellschaft
- Übrig gebliebener Hass aus dem Bürgerkrieg
- Oft kriminelle Vergangenheit von Arbeitern
- Geld war nicht da oder wurde gestohlen
- Krankheiten
- Wasserversorgung
Und ja, außerdem noch indigene Völker. Aber die braucht es nicht unbedingt, um hier mal eine echtes Railroading-Abenteuer der Sonderklasse zu erleben.
Unbegrenzte Möglichkeiten
Das Szenario des Eisenbahnrennens ermöglicht ziemlich viele Szenarien. Als längere Kampagne könnten die Spielenden als Vorarbeiter:innen bei einer der Gesellschaft anheuern. Für Inspirationen empfehle ich hier mal die Serie Hell on Wheels.
Aber es sind auch unzählige Einzelabenteuer denkbar. Zum Beispiel könnte die Gruppe damit beauftragt sein, einen Wagentrek mit Schienen zur Baustelle zu begleiten und dabei mit Saboteuren konfrontiert werden.
Oder die Spielenden könnten selbst Banditen sein und den Transport der Arbeiterlöhne überfallen. Oder als Saboteure angeheuert werden.
Und ja, man könnte auch mit indigenen Völkern verhandeln oder sie bekämpfen.
Viel Spaß beim Cowboy spielen,
-Seba
@kritischerfehlschlag.de
Meeeeee das hier sollte eigentlich erst am 17. August erscheinen. Tun sie so, als hätten sie nichts gesehen! *blitzdings*
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