
Die Kneipe “Zum Steinwall” an der Grenze zwischen Sonnenhafen und Altem Hafen ist genau genommen gar keine. Doch irgendwer stellt im Erdgeschoss des notdürftig umgebauten Stalls regelmäßig Flaschen und Krüge auf den Tisch und andere nehmen sie und “vergessen” im Gegenzug an selber Stelle ein paar Münzen. Im “Steinwall” werden keine Fragen gestellt, denn wenn du den Ort kennst, weißt du, dass du dort richtig bist. Hier finden diejenigen einen Platz, die in der Kirche als “der Sünde verfallen” bezeichnet werden, all die Bären und Otter und Wölfe, die Mägde in Hosen mit den kurzen Haaren, die Matrosen, die vorsichtig ihre Pferdeschwänze öffnen und sich gegenseitig mit ein wenig Lippenrot aushelfen. Manche von ihnen sind nur zu Besuch auf Durchreise, die meisten sind jedoch Stammgäste.
In letzter Zeit machen die Büttel hier immer wieder Stress. Sie verlangen, die Konzession des “Steinwalls” zu sehen, gängeln die Gäste und drohen mit Verhaftungen. Die Reibereien schaukeln sich immer weiter hoch. Wird es bald zur Eskalation kommen oder findet sich ein anderer Weg?
Diese dem Stonewall Inn nachempfundene Kneipe eignet sich sehr gut für einen wiederkehrenden Schauplatz im Rollenspiel, vielleicht sogar als Basis der eigenen Gruppe. Allen, die diese (oder eine andere) queere Kneipe weiter ausbauen wollen, empfehle ich das preisgekrönte „Viva la QueerBar“ von Sandra Dahlhoff und Andrea Rick.
-kiki