Kampagnenbericht: Königsmacher – Teil 16

Zu Teil 15

Die Dornenmark wächst weiter, diplomatische Beziehungen werden gepflegt und eine Delegation reist nach Varnburg.

Session 33: Was das Herz begehrt

anwesende Charaktere

Raklgrash Bottichstampfer
Farli Markstein
Phlexia
Padrym Kupferschlag
Quon Jörk

Pharast 4711, Dornburg ,Grüngürtel sowie RestowBrevoy
Die Session ist eine Collage aus vielen kleineren und größeren Szenen welche alle im Pharast statt fanden.

Für einen mittelmäßigen Schreckmoment sorgten die Kobolde des Rußschuppenklans als diese die Stadt betraten um mit den “Scharfzahn-Tötern” zu sprechen. Die meisten Bürger der Dornenmark waren zwar hartgesottete Menschen, doch der Anblick von Kobolden in einer Ansiedlung war doch mehr als gewöhnungsbedürftig. Der halbe Klan musste sich auf den Weg gemacht haben, trugen sie doch ihren Hausstand mit. In der neu eingerichteten Ratskammer innerhalb den Mauern der Garnison empfingen die Ratsmitglieder schließlich die Gäste. Häuptling Rußschuppe brachte kurzerhand sein Anliegen vor: er und sein Klan wollten in der Baronie aufgenommen werden und Bürgerrechte erhalten. “Ihr Scharfzahn und Tartuk getötet! Ihr määäächtig seid und wir zu euch wollen gehören!” So die Worte des Häuptlings. Ob dieser Wendung überrascht, berieten sich die Ratsmitglieder und entschieden sich für die Aufnahme des Rußschuppenklans. Sehr zur Freude von Farli und seinen Freunden hatten die Kobolde auch Gastgeschenke (Silber und Edelsteine) mitgebracht, womit man die Schatzkammern bereichern konnte.

Eine weitere Forderung kam schließlich von den nun unabhängigen Holzfällern der Dornenmark. Nachdem die Regierung sich für einen Rausschmiss des Holzkonsortiums entschieden hatte, mussten die Holzfäller entweder selbstständig oder für Tatzelfurt Holz schlagen. Dafür benötigte man eigene Sägewerke um die Produktivität beizubehalten. Vertreter der Holzfäller baten die Ratsmitglieder um Unterstützung beim Bau eines Sägewerkes. Wieder einmal zeigten sich die Mitglieder rund um den Baron von ihrer besten Seite und übernahmen die Kosten nicht für eine sondern gleich für zwei Sägewerke.

Dies führte dann auch gleich zum nächsten Termin der den Ratsmitgliedern bevorstand: Graf Dhaven Mollarch, der Vertreter des Holzkonsortiums, würde zu einem Gespräch kommen in welchem es um die Zukunft des Konsortiums gehen sollte. Für die Ratsmitglieder war es bereits beschlossene Sache, dass man die Kooperation mit diesem Unternehmen beenden würde. Während des Gespräches kam es jedoch zu sehr interessanten Wendungen als Phlexia den Punkt vorbrachte, dass man dem Konsortium weder Raum noch die Gelegenheit zur Verbesserung der Arbeitsumstände gegeben hatte. Damit war das Holzkonsortium mit einem Bein wieder im Geschäft. Vielleicht hatte auch die Drohung des Grafen etwas zu diesem Besinnen beigetragen (er zeigte ihnen die Schwierigkeiten eines selbstständigen Unternehmens auf dem kleinen Markt auf). Padrym war während dieser ganzen Verhandlung mehr als angespannt, war es für ihn doch beschlossene Sache, dass man diesem korrupten Bösewichten keinen Platz in der Dornenmark geben durfte. Doch der Steinfürst wurde letzten Endes überstimmt und man kam zur folgenden Übereinkunft:
Das Holzkonsortium durfte seine Arbeit fortsetzen, es würde keine unabhängigen Holzfäller geben. Den Arbeitern mussten höhere Löhne gezahlt werden, dafür stellt die Regierung zwei weitere Sägewerke dem Konsortium gratis zur Verfügung. Desweiteren würden die Vorarbeiter sich einer Prüfung durch Oleg Leweton unterziehen- sollte er sie für unfähig halten, würde man sie durch eigenes Personal ersetzen. Der Graf war mit all diesen Punkten einverstanden und würde dem Rat einen Vertragsentwurf vorlegen. Als der Vertreter die Ratskammer verließ, hatten einige Mitglieder dennoch das Gefühl, dass das Konsortium als Gewinner aus der Geschichte ging.

Schließlich wurden in einer weiteren Ratssitzung die Agenten des Barons vorgestellt. Drei von ihnen kamen von ihren Missionen zurück und legten dem Rat ihre Ergebnisse vor:
Hardur Fellstaub war nach Restow gereist um die dortigen Archive nach Legenden und geschichtlichen Fragmenten zu durchsuchen. Als Teil seiner Arbeit legte er den Regierungsmitgliedern eine Abschrift der Legende des Armags vor. Das Kommentar des Barons- welcher eine Vorliebe für verschollene magische Gegenstände entwickelt hatte- ließ vermuten, dass er sich nun auf die Suche nach zwei magischen Schwertern machen müsse (Dorn und Ovinrbann). Die anderen zwei Agenten, die Gnomenfrau Rixrax Zupfelstiel und die wunderschöne Elfe Tardess Windhauch haben zusammen gearbeitet um den Baron etwas äußert wertvolles vorzulegen. Selbst unter Sammlern wird davon nur gemunkelt, doch die beiden hatten es tatsächlich geschafft, eine der wenigen Ausgaben von Zuddigers Picknick zu ergattern. Das sie dafür in den Kunstarchiven in Pitax wildern mussten, schien nur eine Randbemerkung zu sein. Sofort blätterten die Helden in diesem Kinderbuch, welches höchstselbst aus der Feder des Erzfeind des Barons stammte.

Alsbald folgte der Abschluss in einem traurigeren Handlungsbogen: die Überführung der Leiche des Tharin Hammergold an dessen Verwandte. Geplant und durchgeführt wurde die Zeremonie von Farli mit Unterstützung von Kazmug. Die Zeremonie selbst wurde in der Goldmine abgehalten, deren Fund letzten Endes zu Tharin Hammergolds Tod geführt hatte. Für die Verwandten war der tapfere Zwerg im Kampf gegen wilde Trolle gestorben. Die gesamte Überführung war sehr feierlich, man hatte keine Kosten gescheut. Alle Helden waren wohl froh, dass dieses dunkle Kapitel in ihrer Geschichte zu einem Ende kam. Einzig Phlexia, der Mörderin des Tharin Hammergold, blieb der Zeremonie fern- ihr war es schlicht und ergreifend nicht wichtig genug. Und auch Padrym musste eine gute Miene zum bösen Spiel machen. Schließlich wussten nur die Helden über den tatsächlichen Hergang Bescheid, doch hatte man sich in Padryms Abwesenheit über die Geschichte geeinigt welche man den Verwandten erzählen will. Als dann noch der Vetter ersten Grades vor Farli auf ein Knie ging – für sie war es eine große Ehre das der Träger von Dzargos Himmelswächter ein Ehrendenkmal für Tharin errichtete- war es für den Steinfürsten fast zu viel. Er schämte sich zutiefst und verließ den nachfolgenden Totenschmaus so früh er konnte.

Auch schienen sich die langanhaltenden Gerüchte zu bewahrheiten: ein Bote aus Neu-Stetven überbrachte die Verkündung der bevorstehenden Hochzeit zwischen den Häusern Surtowa und Lebeda- die Zeremonie soll im Monat Arodus des Jahre 4712 in Neu-Stetven statt finden- und alle Vasallen des Drachenschuppenthrons werden aufgefordert, dieser Zeremonie beizuwohnen. Man sagte der “Einladung” zu, besprach sich jedoch anschließend hinter verschlossenen Türen. Die Helden waren verschiedener Meinung darüber, ob man nun hingehen soll oder nicht. Phlexia vertrat die Ansicht, man solle der Zeremonie fernbleiben- was sollten die Surtowas schon tun? Truppen nach Süden schicken um einen Krieg deswegen anzuzetteln? Immerhin könne man mit so einem Verhalten die Regentenfamilie provozieren. Hier schien wieder das chaotische Wesen der Fee zum Vorschein zu kommen. Die anderen vertraten die Ansicht, man würde das Gleiche tun wie die Schwertjunker zu Restow. Dem stimmte auch der Botschafter der Schwertjunker, Othowin Jorge, bei. Er würde am nach Restow reiten um sich mit seinen Waffenbrüdern zu besprechen. Noch vor der Hochzeit wolle er mit einer Gesandtschaft der Schwertjunker nach Dornburg kommen um das Für und Wider zu besprechen.

Diesen Monat sollte einige Botschaften Dornburg erreichen. So auch eine äußerst pompöse Einladung von König Castruccio Irovetti, dem Herrscher des Flusskönigreiches Pitax. Nach seinem Besuch im Erastus 4709 (siehe Session ), lud er die Helden der Dornenmark zu seinem alljährlichen Sommerfest nach Pitax ein. Neben interessanten Gästen soll es auch mehrere Wettbewerbe geben sowie äußerst lukrative Preise. Erfreut setzte man ein Schreiben auf um die Einladung dankend anzunehmen.

Padrym verbrachte viel Zeit bei der Kundschafter-Loge im Elchtempel um den dortigen Forschungen im Zyklopenbau beizuwohnen. Viele Stunden unterhielt er sich mit den beiden Leitern der Einrichtung: dem Halb-Elfen Calathes und dem doch sehr abenteuerlichen Eregian Talahara. Beide waren sehr über das Interesse des Generals erfreut, schienen die meisten Militärs nichts für die Forschung übrig zu haben. So lernte Padrym nicht nur die Schriftsprache der Zyklopen, sondern auch sehr viel zur Geschichte und Lebensweise der einäugigen Kreaturen. Padrym war auch dabei als man weiterhin eine uralte Steinkarte, welche im Boden eingelassen war, gefunden hatte. Auf dieser befinden sich die Umrisse von Avistan und Casmoran. Markierungen und zyklopische Schriftzeichen markieren auf dieser Karte Städte und andere markante Punkte des Zyklopenimperiums Casmorans. Betitelt ist diese Karte mit den Worten “Protektorat des Sehers”. In der “näheren” Umgebung gab es zwei Punkte auf der Karte: der eine deutet auf diesen Gefängniskomplex hin, während die andere Markierung weit im Osten liegt. Nach vergleichen und studieren der steinernen Landkarte und neuen Material konnte man die Markierung in etwa lokalisieren: irgendwo im östlichen Teil der Niemannhöhen, vermutlich in dem Gebirge namens “Felstürme von Levenies”. Padrym war wie die übrigen Kundschafter sofort Feuer und Flamme und sagte die Unterstützung der Dornenmark zu, sollte eine Expedition dorthin aufbrechen. Eregian war hocherfreut, gab jedoch zu bedenken, dass solche eine Expedition gut geplant sein muss. Solch alte Anlagen wären selten ungefährlich und man müsse sich schon vorbereiten. Dazu wolle er noch in dieser Woche nach Absalom reisen um die dortigen Archive der Kundschafter-Loge nach Hinweisen auf solch einen Zyklopenbau durchsuchen. Er würde sich bei Padrym melden, sobald eine Reise in den Osten realistisch wäre.

In der Zwischenzeit vertiefte Phlexia ihre Bekanntschaft mit dem Das Alte Weib, welches in der südlichen Narlmark lebte. Auf ihren Streifzügen kehrte die kleine Fee immer wieder in das schiefe Haus des Weibes ein. Schon von der ersten Begegnung an verband die beiden Frauen ihr Feenblut. So saßen die beiden bei einer Tasse Kräutertee im Garten der Einsiedlerin und tauschten sich über ihre Vergangenheit aus. Phlexia kam das erste Mal während ihres Aufenthaltes auf der Materiellen Ebene aus sich heraus und erzählte von ihrer Heimat, dem Angriff von Zuddiger/Nemesis auf ihr Hain und wie sie schließlich in dieser Welt erwachte. Weiterhin erzählte sie von den vielen verwirrenden Unterschieden gegenüber der Ersten Welt (wie z.B. ihre Sterblichkeit auf der Materiellen Ebene, der vielen und seltsamen Religionen der Wesen hier etc.). Auch erzählte sie davon, wie sie trotz aller Ärgernisse und Probleme in ihren Freunden das für sie wichtigste auf der Welt entdeckte. Dies war wohl der Moment als Phlexia dies das erste Mal bewusst war. Sie sollte noch darüber nachdenken. Dazu aber später.
Das Alte Weib hörte der kleinen Feen aufmerksam zu und war dann bereit ihre eigenen Geschichte zu erzählen:
Das Alte Weib stammte ursprünglich aus der Feenstadt Frostplage am nordöstlichen Rand von Irrisen – Land des Ewigen Winters . Aufgrund ihres Halbblutes wurden sie und ihre Schwester Ludzmilla vom Träger der Reiftänzerkrone, der wahnsinnigen Rotkappe Mauxpaudi, zum Tode verurteilt. Mithilfe der Rebellengruppe namens Sommerbringer konnten sie fliehen. Während ihre Schwester sich im Finstermondtal niederließ, reiste das Alte Weib weiter nach Süden, je weiter weg von den Höfen der Feenwesen und den Winterhexen, umso besser.
Ihre Flucht brachte sie weit in den Süden bis in den Grüngürtel wo sie sich niederließ und seitdem vor den Häschern der Jadwiga-Hexen versteckt lebt. Erst mit den Jahrzehnten seitdem wurde das Feenblut in ihr stärker, was man ihr mittlerweile auch stark ansieht.

Nach dieser Geschichte verfielen die beiden Frauen wieder still in ihren eigenen Gedanken und genossen die Gesellschaft des anderen und die Stille des Walds.

Händler und Reisende aus dem Westen brachten dagegen ganz andere Neuigkeiten mit sich: vor einem Monat wurde die Stadt Drelewstein von einer Streitmacht der Barbaren des Tigerherrenstammes angegriffen. Diese konnten jedoch von den tapferen Soldaten der Stadt unter der Führung von Baron Drelew zurückgeschlagen werden und weiter nach Westen vertrieben werden.

Derweil in Restow: nach der seltsamen Missernte im letzten Jahr und den Informationen diverser Spionen, wollte die Regierung der Dornenmark dieser Sache weiter auf der Spur bleiben. Sie haben erfahren, dass die Missernte den halben Kontinent befallen hatte und alle betroffenen Regionen Getreide für teures Gold haben besorgen müssen. Die Spione der Dornenmark haben sich in den Schatten umgehört und konnten einen Händler ausmachen, welcher das rettende Getreide handelte und dabei selbst in einen Knebelvertrag rutschte. Diesen Händler wollte man in Restow treffen um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Dazu wollte man Swetlana Leweton entsenden um sich mit diesem Mann zu treffen. Die Götter können grausam sein wenn es um “Zufälle” geht und so handelte es sich bei diesem Mann um niemand anderen als unseren Bekannten Aldous Fletcher (siehe Session und ).

Während ihrer Unterredung trafen die beiden drei Abmachungen:
1. Swetlana verspricht ihr möglichstes zu unternehmen um Fletcher aus dem Knebelvertrag herauszuholen. Dafür hatte der Händler ihr den Kontakt in Neu-Stetven gegeben, welcher das Getreide an alle anderen Händler verkauft: ein Mann namens Sterk Vargson (siehe Session ). Dieser zwang alle Händler in Brevoy zu Handelskooperation, ansonsten wären ihre Geschäfte pleite gegangen oder ein Lynchmob von der Straße wäre über die hungrigen Menschen hergefallen. Woher Sterk Vargson das Getreide bezog ist unbekannt. Auf jeden Fall muss er Unmengen davon besitzen, konnte er doch alle Händler damit beliefern.
2. Sollte Fletcher aus seinem Vertrag rauskommen, wird er Handelsbeziehungen zur Dornenmark herstellen. Sie werden ihn mit Getreide versorgen. Die Laufzeit von einem Jahr beginnt, sobald der Händler aus seinem aktuellen Vertrag draußen ist.
3. Swetlana verlangt, dass Fletcher die Helden mit Informationen über die bevorstehende Surtowa-Lebeda-Hochzeit versorgt. Da seine Tochter nun selbst zum Hause Lebeda gehört, sollte dies nicht unmöglich sein. Dafür erhält Fletcher die ersten Getreidefuhren umsonst.

Doch der absolute Höhepunkt des Monats war ein großes Fest welches der Baron in einem privaten Rahmen ausrichten ließ. All seine Freunde waren da, Musiker spielten auf ihren Instrumenten, das Essen war phantastisch und dann trat schließlich ein neuer Gast in den Saal. Eine wunderschöne Menschenfrau mit gelocktem schwarzen Haar und herrlich blauen Augen. Die Überraschung war groß auf seiten der Gäste, dass es sich bei dieser Frau um Edrissa Schwarzstein handelte, der bis dahin geheimen Liebschaft des Barons. Und als er sie schließlich allen vorgestellt hatte, setzte Raklgrash noch einen drauf, denn vor den Augen aller Gäste kniete er sich hin und machte seiner Liebsten einen Heiratsantrag. Unter lautem Jubel nahm die junge Frau den Antrag an- man wollte noch in diesem Sommer heiraten. Man hätte es den übrigen Gästen nicht sagen brauchen: ab diesen Zeitpunkt wurde richtig kräftig gefeiert!
Der Abend sollte noch zwei Überraschungen bereit halten. Phlexia überraschte ihre Kameraden mit kleinen Geschenken die sie ihnen überreichte. Das Gespräch mit dem Alten Weib hatte Phlexia die Augen geöffnet. Aus Dankbarkeit ihren Freunden gegenüber hatte sie jedem etwas zu schenken: der Baron erhielt eine fein gearbeitete Gürteltasche für all seine Stäbe, Fläschchen und Schriftrollen, Quon bekam einen grünen Wollumhang und die beiden Zwerge jeweils einen großen meisterhaft gefertigten Steinkrug- welche nicht nur mit Torag-Insignien sondern auch mit dem jeweiligen Namen des Zwerges verziert sind. Ob dieser Geschenke waren alle glücklich. Dies sind die Momente in welchen man den Geist der Freundschaft spüren konnte.

Die andere Überraschung betraf Farli. Als er mit anderen Zwergenschmieden aus Grauhafen gerade kräftig am Trinken war, schob sich eine kleinere, zierlichere Gestalt zwischen den Männern hindurch- eine Zwergin. Goldi Golkasdotter ist ihr Name und zusammen mit den anderen Zwergen folgte sie Farli von Grauhafen in die Dornenmark. Schüchtern und mit roten Backen vermachte sie dem Meisterschmied einen magischen Schild. Nicht nur, dass dieser Schild ein Familienerbstück war, sondern auch der Schild ihres Mannes welcher im Golkagebirge verschollen war. Farli, sellbst schüchtern und ratlos, nahm diesen Schild an und bedankte sich höflichst. Dann drehte sich die Schmiedin um und ging zurück zu ihrem Tisch.

Der Monat war bereits fast zu Ende als eine Nachricht aus Varnburg hereinflatterte: Maeger Varn lud die Helden zu sich nach Varnburg ein um sowohl die freundschaftlichen als auch diplomatischen Beziehungen zu vertiefen. Man hatte sich zwar schon nach der Schlacht um Tatzelfurt näher kennen gelernt, doch wolle man jetzt selbst Gastgeber sein. Etwas Reisen, die Menschen in Varnburg kennen lernen, Jagdausflüge, Geschichten austauschen- das alles klang nach Musik in den Ohren der Helden. So sollten die Reisevorbereitungen getroffen werden, auf dass es bald nach Osten gehen kann!

Alles in allem war es ein fröhlicher und guter Monat! Endlich konnte man die Gefahren und endlosen Kämpfe hinter sich lassen und über leben. Das Leben zeigte sich diesen Monat von seiner besten Seite!

Tagebuch Quon

Interessant: Das Reich ist jetzt tatsächlich Multikulti wenn wir selbst Kobolde in unsere Bürgerschaft aufnehmen und sie nicht in ihre Höhlen verbannen. Dass der Rat sich dem Druck des Konsortiums gebeugt hat, ist eine schlechte Sache und spricht nicht gerade für unsere Integrität. Ganz unabhängig welche Drohungen der liebe Graf auch ausgesprochen haben mag – ein Staat sollte sich nicht erpressen lassen. Auch die Beerdigung Tharin Hammergolds ist eine Episode die nicht für die Ehrenhaftigkeit unserer Regierung spricht. Durch Mord haben wir uns den Zugriff auf eine Goldmine gesichert und versuchen uns nun durch ein Denkmal und eine pompöse Beerdiungszeremonie reinzuwaschen? Das ist der reinste Frevel und dass dies dem Steinfürsten nahe geht ist nur verständlich.

Was die Hochzeit der Lebedas angeht, so bleibe ich bei meinem Statement dass dieser Bund nicht vollzogen werden darf und dass man entsprechende Schritte einleiten müsse um dies zu verhindern. Über Aldous Fletcher und seine Tochter sollte es möglich sein sich Zugang zu einem Personenkreis zu verschaffen, der unseren Agenten die Gelegenheit verschafft zu tun was nötig ist. Mit den getroffenen Abmachungen mit Fletcher gehe ich konform, doch sollte sich herausstellen dass Fletcher uns hintergeht wird sein Kopf Mauern der Dornburg zieren.

Und ansonsten stellt sich mir die Frage ob denn irgendwie der Frühling ausgebrochen ist? Phlexia besinnt sich auf den Wert der Freundschaft und macht uns Geschenke? Der Baron hat sich eine Schwarzhaarige angelacht und Farli wird von einer Zwergendame umworben?


Session 34: Zu Besuch in Varnburg

anwesende Charaktere

Quon Jörk
Farli Markstein
Padrym Kupferschlag
Phlexia

Gozran 4711, VarnburgNiemannhöhen, Raublande
Nach einem zweiwöchigen Ritt gelangen die Helden in der Stadt Varnburg. Wesentlich kleiner als die Hauptstadt der Dornenmark strahlt Varnburg das Flair eines militärischen Außenpostens aus. Die Menschen schienen nicht unzufrieden mit ihrem Leben zu sein, waren jedoch ein grimmiger Schlag, ähnlich den Bewohnern von Nivaktasbrück.
Doch hörte man auch Gelächter an diesem frühen Abend als man an der hiesigen Taverne “Das Wasserpferd” vorbei ritt. Phlexia wäre am liebsten dort eingekehrt, doch konnten Quon und Padrym sie eines besseren belehren. Beim befestigten Fort der Gemeinde angekommen wurden sie schnell zu Maeger Varn vorgelassen und begrüßt. Man überreichte dem Herrscher von Varnburg die Gastgeschenke (Dornburger Käse, ein Wappenschild und Lederarbeiten) und trank den ersten Becher Wein an das Gedenken an die Schlacht um Tatzelfurt. Reihum stellte Maegar seine Begleiter vor, welche zusammen mit ihm und den Helden zur Jagd reiten werden: da wäre zum einen ein großer, brutal wirkender und lauter Schwertjunker namens Bertrand Olstavor, der stille Fährtenleser Nivo, sowie der sehr junge Krieger Kargad Lebeda.

Es folgte ein illustrer Abend mit gutem Essen und einem Besuch im Wasserpferd, wo man dann auch zwei weitere Männer von Maegars Truppe kennenlernte: Zephal Lorentus, Taubenhüter und Meister der Schriftstücke sowie den Gelehrten aus Absalom Professor Pendrod, Experte für die casmoranische Zentaurenstämme. Zudem untersuchte der Professor an diesem Abend einen uralten Jadereif, von dem er erzählte er sei zyklopischen Ursprungs und von einem Waldläufer namens Willas Gundarson gefunden worden. Padrym interessierte sich natürlich sofort für diesen Fund und die beiden tauschten sich über die Funde im Elchtempel der Dornenmark aus. Man einigte sich zusammen mit dem Professor und Maegar, dass man eine gemeinsame Expedition zu den Felstürmen von Levenies durchführen würde, sobald der Kundschafter Eregian Talahara zurück aus Absalom sein würde.

Am nächsten Morgen brach die Jagdgesellschaft schließlich auf. Man hatte zwar noch auf den Waldläufer Gundarson gewartet, doch kehrte er nicht von seinem Erkundungsausflug zurück. Maegar machte jedoch schon am Vorabend klar, dass man nicht weiter warten würde.

Die nächsten Wochen verbrachte man in der Wildnis rund um Varnburg, wobei man hauptsächlich nach Süd/Südwesten ritt. Dabei erlegten die Gefährten allerlei Tiere und Kreaturen wie Mantikore, einen großen Landhai sowie widerliche Pflanzenkreaturen. Auf der Felsnadel namens Krallenspitze erlegte man in einem dramatischen Kampf sogar einen ausgewachsenen Roch und erbeutete zwei Eier dieses gefährlichen Vogels. Eines erhielt Maegar Varn (welches er seinem Erastil-Priester überreichen wollte), während das zweite Ei bei Padrym blieb. Sowohl Maegar als auch der Steinfürst träumten davon, wie man dieses prachtvolle Geschöpf ausbrüten und trainieren würde. Doch nicht nur Monster und Tieren begegnete man auf dieser Reise, auch eine alte Begräbnisstätte der Niemann-Zentauren wurde entdeckt. Am Fusse des Vorgebirges entdeckte man auch die Leiche eines wohlhabenden Bergsteigers. Laut seinen eigenen Aufzeichnungen handelte es sich um einen Mann namens Tamin Hanvaki. Man beerdigte die Leiche an Ort und Stelle und Farli errichtete mittels der Magie seines legendären Schmiedehammers einen prachtvollen Grabstein. Doch sollten die Gefährten noch ein weiteres Mal auf das Erbe dieses Bergsteigers treffen: an einem der zahlreichen Wasserfälle erklomm Kazmug, das Erdelementar des Steinfürsten, ein Plateau und brachte seinem Herrn ein Geschenk in Form eines gläsernen Monokels. Leider hatte Kazmuk keinen Sinn für Grazie und so zerbrach das Kleinod in den Fäusten des Erdwesens. Phlexia flog daraufhin auf das Plateau und fand eine weitere Notiz aus der Feder von Tamin Hanvaki. Es hatte den Anschein, als wäre dieser Mann ein Ornithologe gewesen welcher die Raubvögel dieser Lande untersuchte. Zurück blieben grübelnde Helden die sich fragten warum der Forscher seine Notizen überall herumliegen ließ. Wer war dieser Mann? Hatte er Familie? Diesen Fragen wollten die Helden noch auf den Grund gehen.

Derweil befand sich die Jagdgesellschaft tief im Süden der Felstürme von Levenies. Man wollte noch eine Woche in den Bergen bleiben, bevor es wieder zurück nach Varnburg gehen sollte. Jagdtrophäen hatte man schon einige gesammelt, auch wenn Phlexia bei zweien der Begegnungen beinahe ihr Leben gelassen hätte.

Fortsetzung der Jagdgesellschaft folgt.

Tagebucheintrag Bertrand

Hmpf, so ein HUMBUG! Der Roch war bestimmt alt, krank, hatte die Gicht und Schwindsucht… kann mir doch keiner erzählen, dass eine Fee und ein Laubfrosch einen Roch mit fairen Mitteln besiegen könnten. Und trotz dass diese Riesenkrähe schon alt war und im sterben lag, hätte es beinahe noch die Fee gefressen. PAH! Wäre ICH auf dem Turm gewesen, hätte das natürlich ganz anders ausgesehen: Ich hätte dem Roch einfach den Hals umgedreht und ihm die Federn ausgerupft. Hat man ja bei den Mantikoren gesehen – die hab ich ja quasi auch ganz alleine mit meinem Speer erlegt.

Veröffentlicht von grannus

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Ein Kommentar zu “Kampagnenbericht: Königsmacher – Teil 16

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