Der etwas seltsame, technisch klingende Titel weist weit zurück in die Geschichte des Rollenspiels. Da ich gerade einige Ausgaben für meine Sammlung erstehen konnte, habe ich diesen Artikel geschrieben, um sie etwas vorzustellen.

Meine Monochromen Module. Bei dem Alter packe ich sie in Comichüllen mit Boards.
Nachdem TSR 1974 die Regeln für Dungeons & Dragons veröffentlicht hatte, entstand in den Folgejahren eine Nachfrage nach weiterem Spielmaterial. Die Autoren waren zunächst davon ausgegangen, dass jede Spielleitung ihr eigenes Material erstellen würde, weswegen es bis 1978 dauerte, bevor die ersten vorgefertigten Abenteuer veröffentlicht wurden, wenn man von „Temple of the Frog“ absieht, das Teil der Regelerweiterung „Blackmoor“ (1975) war. Diese Abenteuer wurden dann als „modules“ bezeichnet. (Tunnels & Trolls hatte bereits 1976 angefangen, Abenteuer zu veröffentlichen, und für D&D gab es bereits von Wee Warriors und Judges Guild Abenteuer). 1978 wurde ebenfalls das AD&D Players Handbook veröffentlicht, nachdem im Vorjahr bereits das Monster Manual herauskam.
Das erste Modul, das für AD&D veröffentlicht wurde, war G1: „Steading of the Giant Chief“, unmittelbar gefolgt von G2: „The Glacial Rift of the Frost Giant Jarl“ und G3: „Hall of the Fire Giant King.“ Das G steht, wenig überraschend, für Giants. In der Anfangszeit hatten die Module alle einen Code aus einem, später zwei und drei Buchstaben, und einer Zahl. Dieser Code signalisierte, dass die Module zu einer Reihe gehörten – aber nicht immer einen inhaltlichen Zusammenhang. Die G-Reihe waren sogenannte Turniermodule, die auf dem Origins 1978 erstmals gespielt wurden, und unmittelbar anschließend in den Verkauf kamen.
Was bedeutet nun monochrom in dem Zusammenhang? Das bezieht sich auf die Cover. Die ersten Module, die vor 1980 veröffentlicht wurden, hatten monochrome Cover. Das gesamte Cover war in einem Farbton gehalten, der eigentliche Umschlag relativ hell, das Coverbild in Abstufungen der Farbe. Passend zu den Riesen, die jeweils die Hauptgegner in den Modulen waren, braun, blau und orange.
In der Folge wurden weitere Module veröffentlicht, ebenfalls noch 1978 die D-Reihe, deren Hauptgegner die Drow (Dunkelelfen) waren. Das D steht für „Descent“, also den Abstieg in unterirdische Höhlensysteme, die später den Namen Underdark erhielten. D1: „Descent into the Depths of the Earth“ D2: „Shrine of the Kuo-Toa“ und D3: „Vault of the Drow“ waren die Titel. Hier hatte dann die Farbe der Cover keinen direkten Zusammenhang mehr mit dem Inhalt.
1978 schloss mit dem berühmten S1 „Tomb of Horrors“ (S = Special). Im Jahr 1979 war nicht nur mit dem Dungeon Masters Guide das AD&D-Regelwerk vorerst vollendet, sondern es erschienen S2 „White Plume Mountain”, (Basic) B1 “In Search of the Unknown” und (Temple) T1 “The Village of Hommlet”. Das letzte monochrome Cover hatte (Competition) C1 “Hidden Shrine of Tamoachan“ von 1980, das in einer Vorabversion auf der Origins 1979 in Umlauf kam.

White Plume Mountain einmal monochrom, einmal vollfarbig. Das Abenteuer hat dem Autor Lawrence Schick einen Job bei TSR eingebracht. Das Artwork links ist von David C. Sutherland III, rechts von Jeff Dee.
1980 wurde auf Vollfarbcover umgestellt, und alle 11 Abenteuer wurden, teils als Sammelband, mit neuen Covern veröffentlicht, bis auf einzelne Details inhaltlich unverändert. Manche der Module wurden parallel von Games Workshop in UK veröffentlicht (ja, den Warhammer-machern – anfangs haben die lokal die D&D-Sachen nachgedruckt), es gab auch Ausgaben eines australischen Produzenten. Die monochromen Module sind aufgrund ihres Alters Sammlerstücke, in den USA aber noch recht gut verfügbar.
In Teil 2 will ich das Nachleben einiger dieser Module betrachten.