Als Mensch neigt man ja ein bisschen zu Stammesverhalten. Man sucht sich Leute, mit denen man sich gut versteht und beschützt diese Gemeinschaft mehr oder weniger stark gegen Eindringlinge von außen. Neudeutsch nennen sich diese Stämme auch Bubble. So hab ich auch Blogs, die ich mir anschaue, Podcasts, die ich mir anhöre und Discord-Server, auf denen ich spamme. Jetzt habe ich es mir aber zur Aufgabe gemacht, mehr aus dieser Bubble herauszulinsen.
Weil es ja eigentlich schade ist, dass unser sowieso schon nischiges Hobby sich selbst in noch mehr Nischen aufteilt. Gestern war ich in einer Talk-Runde auf dem Discord-Server von System Matters (Der Abenteuer-Schnack, jeden dritten Mittwoch, kommt vorbei!) Da wurde die Parallele zwischen Rollenspielern und Heavy-Meta-Fans gezogen. Da ist viel Wahres dran. Wir stecken alles und jeden in Schubladen und halten unsere Schublade für die beste. Das ist doch blöd.
Tatwaffen von rpgDan
Den Anfang mache ich mit rpgDan. Daniel folge ich schon länger auf Instagram. Früher hat er oft kleine Spielhilfen – Zufallstabellen, Ideen etc. – gebloggt. Das ist sehr selten geworden. Vermutlich, weil rpgDans Youtube-Kanal Fahrt aufgenommen hat. Das soll angeblich ziemlich viel Zeit fressen. Ich hab trotzdem mal geguckt und bin direkt beim aktuellsten Beitrag hängen geblieben. Der leider auch schon ziemlich lange her ist.
1w10 Tatwaffen von rpgDan ist eine ziemlich coole Liste. Nicht nur, weil einige der Ideen gut sind, sondern auch, weil ich mal drüber nachgedacht habe, wie ich eigentlich solche Szenarien angehe. Und hoppla: Ich glaube, ich mache das bisher falsch.
Das „Wie“ zählt
Ich hab bislang immer das „Warum“ bei solchen Sachen in den Vordergrund gestellt. Beziehungsweise, es als Ausgangspunkt meiner Überlegungen genutzt. Durch die Liste von Daniel bin ich darauf gekommen, dass das Quatsch ist. In jedem guten Krimi geht es darum, „wie“ der Mord begangen wurde. Und die Tatwaffe ist dabei ein sehr guter Ausgangspunkt. Das ist sogar in einem meiner absoluten Lieblingsbücher, Helle Barden von Sir Terry Pratchett (GNU PTerry), der Fall.

Im Grunde ist den Zuschauer:innen eines Krimis (und vermutlich auch den Spielenden eines Rollenspiels) relativ egal, wer wen warum ermordet. Auf das „Wie“ kommt es an. Das sollte das eigentliche Rätsel sein.
Beispiel: Der Mord an Lady Longpinky
Vorher: Lady Longpinky wurde von ihrem unehelichen Neffen ermordet, weil er an ihr Erbe wollte.
Nachher: Lady Longpinky wurde von einem vergifteten Mühle-Spiel ermordet.
Ist schon irgendwie griffiger und interessanter, oder? Und aus der Mord-Methode kann man eigentlich das Szenario ganz gut weiter entwickeln? Die Mühle-Steine wurden regelmäßig mit einem Kontakt-Gift bestrichen, das die Lady immer kränker machte. Der oder die Täter:in muss also regelmäßig Zugang zum Anwesen haben. Außerdem könnte es eine Person sein, die die Lady regelmäßig zum Mühle-Spielen aufgefordert hat. Eigentlich schreibt sich das alles fast von allein, wenn man erstmal eine gute Tatwaffe hat.
Also in diesem Sinne, denkt euch eine abgefahrene Tatwaffe aus und bringt jemanden um. Vorzugsweise im Rollenspiel! Oder schreibt mal, was für Mordwerkzeuge euch so einfallen!
-Seba
3 Kommentare zu „Blick aus der Bubble: rpgDans Mordpläne“