Historie – In diesem Abschnitt sollen die Meilensteine der Geschichte des Imperiums behandelt werden.
Der Exodus in eine neue Welt
Im letzten Jahrzehnt vor der als Exodus bekannten großen Flucht entbrannte zwischen den alten Völkern des Festlandes ein Krieg um Ressourcen und Vormachtstellung. Bereits nach kurzer Zeit gelangte eine ideologische Dimension hinzu. Bereits vor dem Krieg erfreute sich die Dornmärkische Philosophie großer Beliebtheit.
Mit ihrer Philosophie um eine positive Betrachtungsweise auf das Ende der Welt, einer Beendigung aller Dinge im Großen wie im Kleinen und der Akzeptanz, dass alle Dinge irgendwann enden werden, nahmen sie vielen ihre Existenzängste. Mittels Manipulation, Propaganda und Magie konnte diese Philosophie ihren schädlichen Einfluss geltend machen.
Während der Krieg immer erbitterter ausgetragen wurde – mächtige Magie erhellte den Nachthimmel mit Feuer und Chaos und verwüstete ganze Landstriche – desto breiter drang die Sichtweise der Dornmärker in die Gesellschaft ein. Während die einfache Bevölkerung sich mit diesem Wissen tröstete, entwickelte sich in den dekadenten Kreisen des Adels eine pervertierte Version der Philosophie.
Diese predigten Nihilismus und befeuerten gläubige Generäle und Hochmagier darin, die Abwärtsspirale des Untergangs zu beschleunigen. Und so geschah es, dass der Einsatz mächtiger Magie die Hintergrundstrahlung der Natur vergiftete und die Realität der Existenzebene sich verzerrte und mit ihr alles Leben darin.
Später wurden solche magisch vergifteten Landstriche als „Manaöde“ bezeichnet.
Im Jahr vor dem Exodus versammelten die führenden Denker der immer populärer gewordenen Dornmärkischen Philosophie ihre Anhänger – zu diesem Zeitpunkt ausgewählte hochrangige Adeligen, Militärs und hochrangige Magier.
Gemeinsam beschlossen sie in ihrem Wahn das sprichwörtliche Ende der bekannten Welt. Inmitten der grauenvollsten verwüsteten Region des Kontinents versammelten sie sich, um eine wahrhaft dämonische Kraft zu beschwören.
Eine Entität des Nachthimmels, der Inbegriff des Chaos und das Ende aller Dinge – der Gezeitengeist, ihn wollten sie beschwören und somit der Welt ein Ende bereiten.
Über den Rest der Geschichte kann nur spekuliert werden, denn es gelang vielen die Flucht vom Festland, hinaus mit den letzten zivilen Schiffen auf die Weiten des Ozeans.
Und genau dort fanden sie nach vielen Monaten eine neue Heimat, fernab der Zerstörung. Eine ausgedehnte Inselkette. Einst waren sie verfeindete Nationen, nun geeint durch ein gemeinsames Schicksal und Erbe. Und an diesen Stränden bildeten sie die Grundpfeiler des Imperiums.
Die Entdeckung der Ziggurats
Eine der wohl weitreichendsten Entdeckungen der Nationen des Imperiums wurde im Jahr 80 nach Ankunft der Völker (80 A.d.V) durch einen Expeditionskorps getätigt. In den magisch verseuchten Dschungel des südlichsten Archipels fanden die Männer und Frauen
verborgen unter einem dichten Blätterdach und umschlungen von den Ranken der Zeit, ein Ziggurat, geheimnisvoll und majestätisch.
Die Wände waren übersät mit Inschriften, deren Zeichen nicht nur eine Sprache, sondern eine Verbindung zur kosmischen Ordnung darstellte. Die Ritualkammern, heilig und unberührt, offenbaren Artefakte und Reliquien, die von den Zeremonien und Bräuchen eines Volkes zeugen, das die Grenzen zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen zu verwischen wusste. Es ist, als hätte dieses Volk einen Weg gefunden, durch ihre Rituale und ihr tiefes Verständnis der kosmischen Gesetze, den Schleier zu heben, der die Sterblichen von der Unsterblichkeit trennt.
Die Forscher, nun Hüter eines uralten Wissens, standen vor der Aufgabe, diese neue Welt zu begreifen, ohne dabei die Lehren und Warnungen zu übersehen, die in jedem Schnitzwerk, in jeder Säule eingraviert waren. Sie wussten, dass die Entdeckung dieses Ortes nicht nur ein wissenschaftlicher Triumph war, sondern auch eine Verantwortung mit sich brachte – das Erbe eines Volkes zu bewahren, das uns gelehrt hat, über das Sichtbare hinauszublicken und das Unmögliche zu träumen.
Die ersten Schuldreinen
Seit Anbeginn, von der Entdeckung des Ziggurats bis hin zur endgültigen Entschlüsselung des Rituals der Aszendenz haben die Kleriker und Wissenschaftler der Kirche einen mächtigen Schleier der Lügen um die wahre Bedeutung und das Schicksal der Schuldreinen gelegt.
Exkurs: Die Schuldreinen
Diese Individuen haben eines gemeinsam: sie haben eine besondere und einmalige Verbindung zu den Ebenen des Multiversums und können die Energien dieser Ebenen für Magie anzapfen. Ob von Geburt an oder erst im Laufe ihres Lebens diese Verbindungen entstehen kann niemand sagen. Anders als die arkanen Magier können Schuldreine ihre Magie tagsüber wirken und korrumpieren nicht die Hintergrundstrahlung.
Die Schuldreinen werden per Technik und Magie am Leben erhalten, während jedes Mitglied des Klerus (die niedrigen Ränge unbewusst) ein Stück Fleisch von diesem zu sich nimmt und dadurch ebenfalls mit den Domänen des Schuldreinen synchronisiert wird.
Die Schuldreinen vegetieren, bei vollem Bewusstsein, als Leichname in ihrem Heiligtum. Nichts mit Aszendenz, nichts mit Pracht und Herrlichkeit. Ein verrottender Kadaver der bis zum Schluss, bis zum letzten Krümmel gemolken wird. Stirbt der Schuldreine, so verschwindet auch die Verbindung durch ihn zu den Domänen.
Welche ein Schrecken es wäre, sollte eine dieser Kreaturen entkommen und dem Pöbel vor Augen führen, was aus ihren Helden und Stars für Abscheulichkeiten geworden sind.
Beispiel: Theodore Laccasaque – Schuldreiner
Beutel (25)
15 grün
10 blau
Theodore wuchs in armen Verhältnissen jenseits des imperialen Staates auf, gelangte bereits im Kindesalter in die Sklaverei, entfloh dieser jedoch schon in kurzer Zeit (Domäne Freiheit) und gelangte so in das Imperium.
Dort erlangte er einen gewissen Ruf als Agitator mit seinen Pamphleten gegen die Mächtigen, die ihren Reichtum und Wohlstand missbrauchen. Er rief die Bevölkerung und den Klerus auf, dieses System nicht länger zu dulden (Domäne Chaos).
Er erlangte schließlich seinen Status als Schuldreiner, als er bei einer Revolte gefangen genommen werden sollte, jedoch keiner der Soldaten Hand an ihn legen konnte. Stattdessen umgab ihn eine Aura des Friedens und der Ruhe. In seiner Gegenwart erkennt jeder den wahren Wert des Lebens und würdigt diesen auch (Domäne Leben).
Als Theodore in die Sphären aufstieg, stellte er zu diesen drei Domänen eine Verbindung her.
Mit Hilfe des Rituals werden die Kanäle zu den Ebenen des Multiversums geöffnet und die rohen Energien fließen in den Körper des Schuldreinen hinein. Im nächsten Schritt opfert sich der Schuldreine für sein Volk. Ritueller Kannibalismus folgt, jeder erhält einen kleinen Teil des Fleisches. Somit teilt der Schuldreine seine Verbindung zu den Ebenen mit seinem Volk.
Im Imperium wird der Ablauf des Rituals streng geheim gehalten, nur die höheren Kreise der Kirche wissen davon. Das Fleisch der Schuldreinen wird für die niederen Ränge in Hostien verarbeitet, der Verzehr des Fleisches ist diesen Priestern nicht bekannt.
Der Schuldreine selbst wird mittels Magie und Alchemie am Leben erhalten, ein trostloses Unleben, lediglich Knochen, Sehnen und langsam regenerierendes Fleisch halten den Körper zusammen. Sollte der Anblick solch einer Kreatur die Öffentlichkeit erreichen, würde ein monumentaler Schock die Menschheit zerrütten.
Die Existenz solch einer Kreatur wird erst dann beendet, wenn sie von einem neuen Schuldreinen abgelöst wird.
Weitere Entwicklung
Im Laufe der Jahrhunderte wuchs der Kult um die Schuldreinen auf eine Größe an, mit der man nicht rechnen konnte. Eine regelrechte Industrie hat sich gebildet, die damit unglaublich viel Profit erwirtschaften konnte.
Auch technisch entwickelt sich das Imperium fort – aus unserer Sicht auf einen Stand der industriellen Revolution.
Die Verwaltungskreise des Imperiums blieben ihrer Herkunft treu, sodass noch viele Traditionen der alten Heimat erhalten blieben.
Dieser zeitliche Abschnitt ist der notwendige Zwischenschritt, um zum Ist-Zustand des Imperiums übergehen zu können und derzeit nicht spannend genug für mich.
Das große Schisma
Hier nimmt der Große Konflikt seinen Anfang. Ausgelöst wurde er durch das Auftreten gleich zwei neuer Schuldreinen auf der Weltbühne. Die Bischöfe und der Kaiser führten mit den Adligen und der intellektuellen Elite Konzil darüber, wie mit solch einer Situation umgegangen werden soll.
Jedoch wurde ihnen die Entscheidung abgenommen, denn jene Schuldreine, die später nur noch als “Die Verschlingerin” in die Geschichte eingehen sollte, nahm ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie tötete den anderen Schuldreinen, entführte die Bischöfe und zwang sie zur Vollendung des Rituals. Auf dem Höhepunkt des Rituals erkannte sie jedoch, was ihr wahres Schicksal sein sollte. Sie bündelte ihre Macht und rettete ihren Geist vor dem Tod. Als erste Schuldreine im Zeitalter des Imperiums stieg sie als dämonischer Wanderster in den Nachthimmel hinauf.
Nun bildeten lediglich zwei Schuldreine den Pantheon, ein weiterer war ermordet worden, die übrige wurde ein Wanderstern und Korrumpierte damit die arkane Magie.
Diese Ereignisse zerrütteten die Gesellschaft in allen Schichten und viele verloren endgültig den Glauben an die Schuldreinen, lehnten sie offen ab und gaben der Kirche und dem Kaiser die Schuld. Die Priester verloren den Zugang zu wichtigen Domänen und konnten nicht mehr all ihren Pflichten in der Gesellschaft nachkommen.
Der Krieg verschlang fast alles auf den Inseln. Bis ein brüchiger Frieden geschlossen werden konnte. Seitdem tauchte kein neuer Schuldreiner auf um die Lücke im Pantheon zu schließen.
So, dies war ein kurzer Abriss der Geschichte, damit die grundlegenden Züge geschaffen wurden. Die restliche Energie sollte in spielbares Material fließen.
-grannus-
Ein Kommentar zu “Werkstattbericht „Imperium der Schuldreinen“ – Teil 2”