„Here comes the flood“ von Peter Gabriel und „A strange day“ von The Cure behandeln beide das gleiche Thema: eine Sturmflut und das Ende einer Gemeinschaft.
And I laugh as I drift in the wind
Blind dancing on a beach of stone
Cherish the faces as they wait for the end
A sudden hush across the water
Als ich anfing, mit dem Thema herumzuspielen, hatten wir eine sehr aktive Vampire-Kampagne, in der wir Kontakt zu den Kuei-jin, den Vampiren des Ostens, bekommen hatten. Die Kuei-jin haben in der World of Darkness eine zyklische Kosmologie, in der sich die Geschichte wie ein großes Rad dreht und eine wiederkehrende Abfolge von Zeitaltern durchläuft.
Lord, here comes the flood
We will say goodbye to flesh and blood
If again the seas are silent and any still alive
It’ll be those who gave their island to survive
Aus diesen Puzzleteilen entstand die Idee einer Kampagne, die die Geschichte der Menschheit über mehrere Zeitalter verfolgt. Im Kern geht es dabei, einen Antagonisten daran zu hindern, das große Rad der Geschichte im dunklen Zeitalter anzuhalten.
Der Ausgangspunkt ist Atlantis – eine kleine, utopische Gemeinschaft auf einer Insel. Die Menschen dort sind die einzigen Bewohner:innen der ganzen Welt. Die Gottheiten haben ihnen diese Insel als ein Paradies gegeben, in dem sie in Frieden und Eintracht leben können. Nur eins dürfen die Menschen nie: Blut im Zorn auf der Insel vergießen.
Jede/r spielt ein Mitglied dieser prä-antiken Gemeinschaft. Man lernt die NSCs kennen und hört die Prophezeiungen, die vom Bruch des Paktes der Menschen mit den Gottheiten erzählen, von den kommenden Zeitaltern, die nach dem Verlust des Paradieses kommen werden, und davon, dass sich das Rad der Geschichte auch im dunkelsten Zeitalter weiterdrehen wird, um ein neues Paradies zu erschaffen.
When the flood calls
You have no home, you have no walls
In the thunder crash
You’re a thousand minds, within a flashDon′t be afraid to cry at what you see
The act is gone, there′s only you and me
Doch dann, eines Nachts finden sie eine Mordszene auf. Ihr Freund Selestro hat einen anderen Atlanter aus Eifersucht getötet. Während sie noch versuchen, den flüchtigen Täter zu finden, ziehen dunkle Wolken auf und ein ominöser Wind umtost die Insel. Zum Höhepunkt des Abenteuers – ob sie Selestro gefangen haben oder nicht – wird die Insel von Sturmfluten ins Meer gerissen. Alle sterben.
My head falls back and the walls crash down
And the sky and the impossible explode
Held for one moment I remember a song
An impression of sound
And then everything is gone forever
Cut. Das zweite Zeitalter. Eine antike Welt, von anderen Völkern erschaffen, aber mit subtilen, doch unverkennbaren Spuren atlantischer Kultur. Die SCs lernen durch göttliche Eingebung, dass sie reinkarnierte Atlanter sind. Und sie bekommen einen Auftrag: Der mächtige König und Feldherr, der ein großes Reich aufbaut und die Welt mit Schrecken überzieht, ist die Reinkarnation von Selestro. Er muss aufgehalten werden!
Und so geht es weiter, durch immer modernere, immer dunklere Zeitalter. In jedem muss man versuchen, Selestros Machenschaften zu durchkreuzen, denn sein Plan wird deutlich: Er bereitet alles dafür vor, im sechsten Zeitalter, dem dunklen Zeitalter, das große Rad anzuhalten und sich damit zum ewigen, unsterblichen König der Welt zu machen. Alles was er in den vorigen Zeitaltern tut, bereitet dies vor.
Jedes Zeitalter dauert so etwa drei bis vier Sitzungen. Es ist nicht entscheidend, ob die Held:innen in den Zeitaltern eins bis fünf stets erfolgreich sind. Mit ihrem Tod gelangen ihre Seelen ohnehin ins nächste Zeitalter. Aber je mehr sie es schaffen, Selestros Vorhaben in den ersten Zeitaltern zu vereiteln, desto besser sind ihre Chancen, den letzten Showdown in der sechsten Welt zu gewinnen.
Das ist alles so weit nur ein Gedankenspiel, auch noch ohne System. In den 90ern hätte ich dafür am ehesten Nephilim genommen, das ist zwar mechanisch nicht überzeugend fand, dafür aber wenigstens nah am Thema war. Wenn jemand andere, modernere Vorschläge hat, gerne her damit.
Rackhir
Vielleicht eine angepasste Variante von „Ein ruhiges Jahr“, bei dem die einzelnen Karten die Stunden bis zur Katastrophe runterzählen?
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