Nachdem ich jetzt etwas Zeit mit dem Material zum Calixis-Sektor verbringen konnte, habe ich einen besseren Überblick über die kanonischen Häretiker und Gefahren. Ich konnte für mich schlußfolgern, dass für diese Kampagne nur wenig bis gar kein eigener Content geschrieben werden muss.
ANTAGONISTEN , BEDROHUNGSSTUFEN & ESKALATIONLEITER
Publikationen wie Disciples of the dark gods oder The Radical’s Handbook sind extrem ergiebig, wenn auch leider die gesamten Informationen über einige Bücher verteilt sind. Gut das die meisten Infos gut und übersichtlich im Lexicanum hinterlegt sind.
Neben der Sichtung und dem Querlesen fanden Überlegungen statt, wie die einzelnen Antagonisten und Fraktionen innerhalb der Sandbox – unabhängig vom Spielleiter- agieren werden. Dazu benötigt es:
- die Erfassung der Pläne der einzelnen Akteure (und Unterteilung in Phasen 1 – 4)
- Mechanik zur Bestimmung der Eskalationleiter
- Einordnung der Bedrohungsstufe
- Zusätzlich für den Spielverlauf: Ressourcen der Antagonisten als Einfluß gegenüber Fraktionen und Personen darstellen.
- sowie die Ausarbeitung möglicher Abenteuer, die in den jeweiligen Phasen zur Konfrontation mit dem Antagonisten führen können
Jedem Gegenspieler wird eine „Bedrohungsstufe“ zugeteilt, eine Zahl die bestimmt, wann dieser Akteur aktiv wird und eine neue Stufe seines Planes umsetzt. Am Ende einer Mission wird für jeden Gegenspieler mit W12 geprobt, ist das Ergebnis kleiner oder gleich der Bedrohungsstufe, so wird der Plan ausgelöst und die Spielerfiguren erfahren die unmittelbaren Folgen der erreichten Eskalationleiter.
Die Bedrohungsstufe setzt sich zusammen aus verschiedenen Faktoren, z.B. wie konsequent der Antagonist seine Pläne verfolgt, ob er eher bedächtig und vorsichtig vorgeht oder eher zügig und eskalativ, aber auch seine Ressourcen fließen dabei ein. Letzten Endes erfordert dieses System etwas Fingerübung und ist keine exakte Wissenschaft. Ich kann mir auch vorstellen, das die Bedrohungsstufe durch Aktionen verändert werden kann, indem sie vielleicht Ressourcen zerstören, Netzwerke aushebeln etc, oder der Antagonist gerät so unter Druck, dass sich die Bedrohungsstufe sogar erhöht, da er sich bedroht fühlt. Wer weiss, am Ende sollen diese Werkzeuge dazu dienen, mir meinen Job zu erleichtern.
RESSOURCEN

Oben wurden sie bereits genannt, die Ressourcen der Antagonisten. Ursprünglich wollte ich ein System der Ressourcen etablieren wie es Stars Without Numbers zeigt, doch nach einigen Überlegungen, fehlte sich das wie ein Fremdkörper an und ich verwarf diesen Gedanken wieder.
Stattdessen möchte ich das System des Einfluß nutzen, wie es Imperium Maledictum so prominent und zentral in sein Regelwerk darstellt. Wie auch der Patron und die Spielerfiguren, hat auch der Antagonist Einfluss und Beziehungen zu Fraktionen und einzelnen NSC, die er für seine finsteren Pläne nutzt. Somit haben die Spieler hierdurch Möglichkeiten, dem Antagonisten indirekt zu schaden, indem sie seinen Einfluss schmälern oder gar gänzlich kappen. Wenn die Spieler nämlich den Einfluss als Angriffsfläche betrachten, ergeben sich ganz eigene Abenteuer hier durch. Es werden vielleicht dann Fragen gestellt wie „woher stammt das Kapital? “ oder „welchem Netzwerk bedient sich der Antagonist in der Stadt?“. Das System rund um den Einfluss kann unter Umständen viel bei der Bekämpfung der Antagonisten helfen, und auch generell viel innerhalb der Sandbox bewegen. Der Einfluss der Antagonisten wird hierbei wie folgt behandelt:
Interagiert die Spielgruppe mit einer Fraktion, und möchte Hilfe, Informationen oder Ressourcen beschaffen, und der Antagonist hat einen Einfluss von +2, so wird dieser Einfluss als Malus auf die Erfolgsstufen der Spieler angerechnet. So müssten die Spieler bei solch einer Probe mindestens drei Erfolgsstufen erlangen um einen Nettoerfolg zu haben. Auf diese weiße könnte man das Netzwerk des Antagonisten sehr plastisch darstellen und der Spielgruppe vielschichtige Möglichkeiten geben um diesen Gegner anzugehen.
DER FEIND MEINES FEINDES
Der Antagonist besitzt negativen Einfluß von -3 bei einer Fraktion, zb. Adeptus Arbites. Die Spielfiguren jedoch haben einen neutralen oder positiven Einfluss, in diesem Fall einen Einfluß von +1. An dieser Stelle könnte die Spielleitung die beiden Zahlen miteinander verrechnen.
Wendet sich die Spielgruppe an den Adeptus Arbites um diesen Antagonisten zu beseitigen, so wäre für diesen Präzedenzfall ihr Einfluß bei +4, denn der negative Einfluß des Antagonisten wird ihnen als Bonus gewährt. Ebenso wird der Einfluß verrechnet, wenn die Spielgruppe mit einer Fraktion interagiert, bei welcher der Antagonist einen positiven Einfluß besitzt.
Dieses System sollte sich organisch in das Regelwerk einfügen und ermuntert die Spielfiguren aktiv Kontakte zu knüpfen und herauszufinden, wer ihre Interessen teilt. Da es sich hier um temporäre Boni auf den Einfluß handelt, konkret auf die Situation bezogen, sollte die Balance um Einfluß und wie es im Regelwerk genutzt wird, nicht gestört werden. Wichtig zu erwähnen wäre es noch, dass die NSC ihren Einfluss anders generieren wie Spielfiguren oder ihr Patron.
Damit gemeint ist, dass theoretisch jeder Antagonist einen Wert von -5 bei der Inquisition haben müsste, wodurch Anträge bei der Inquisition automatisch durchgehen würden, was aber spielmechanisch langweilig wäre. Deswegen erhalten die NSC Punkte Werte, die man realistisch als Malus oder Bonus für Spielgruppen verwenden kann.
Ich hoffe, dass euch dieser kurze Ausflug gefallen hat. Lasst doch gerne eure Gedanken hierzu da, ich freue mich.
-grannus-

An dieser Stelle möchte ich anhand eines kurzen Beispiels skizzieren wie solch ein NSC aussehen kann. Derzeit sagt mein Gefühl, dass es nicht so viele der Most Wanted NSC im Spiel benötigt, vielleicht fünf oder sechs Stück, der Rest wird wesentlich einfacher zu eliminierend sein, und nicht solch einen Aufwand mit sich ziehen – eben die klassische Heretic-of-the-week – Kandidaten.

Einfluss
- Adeptus Ministorum -3
- Astra Militarum -2
- Bleiche Schar +4
- Freihändler +2
- Die Maskierten +2
Als Freischaffender ist es aktuell die Aufgabe von Coriolanus, der Bleichen Schar ein Netzwerk zu schaffen, damit im gesamten Sektor eine Revolte losgetreten werden kann, die alles verschlingt. Dabei geht er geschickt und verdeckt vor, nimmt sich Zeit und lässt die Unruhen auf Tranch für sich arbeiten.
Bedrohungsstufe: 4
Eskalationleiter
- Phase 1: Mithilfe seiner Kontakte zu Freihändlern, organisiert er eine sichere Passage für hochrangige Mitglieder der bleichen Schar und unzähligen Mutanten durch die Blockade der Navy.
- Phase 2: auf einer unbedeutenden imperialen Welt organisiert er einen Aufstand der Mutanten und sorgt so für eine Ablenkung von seinen eigentlichen Plänen. Während dieser Phase wird er die Unterstützung von Chaoskulten nutzen.
- Phase 3: Geplant ist der Überfall auf ein Schwarzes Schiff um die dort inhaftierten Psioniker zu befreien und zu indoktrinieren, um sie in der letzten Phase für seine eigenen Pläne zu nutzen.
- Phase 4: gemeinsam mit dem gesamten Rat der Bleichen Schar, den unzähligen Horden an Mutanten und den Psionikern des Schwarzen Schiffes wird er eine gewalttätige und alles verschlingende Revolte auf Scintilla im Bewegung setzen. Abermillionen Menschen werden hierbei den Tod finden und den Gouverneur wird nichts anderes übrig bleiben, als sämtliche Kräfte zu mobilisieren um den Hauptplaneten wieder unter Kontrolle zu bringen.
Diese Eskalationsleiter soll nur als grobe Idee dienen und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aus dem Bauch heraus würde ich jedoch sagen, dass jeder einzelne dieser Punkte ein spannendes Abenteuer sein könnte, in welchem die Spielfiguren alles daran setzen müssen, die Umsetzung dieser Phase zu unterbinden.
2 Kommentare zu „Road to Perdition – The Heretical List •2•“