Ölbaumplantage #24: Pfeile zählen

Dieser Eintrag sollte kurz werden – jetzt sind es zwei Themen.
Sebas kürzlicher Beitrag „Auf der Jagd nach dem „Sense of Wonder“ der OSR“ erinnerte mich, dass ich etwas zu „Pfeile/Munition zählen und Fernkampf“ loswerden möchte. Mein persönlicher Lösungsansatz ist ganz am Ende, wer lieber schnell dorthin scrollen möchte. 🙂

Schützen und Fernkämpfer sind eine elementare Spielweise in (TT)RPG-Kämpfen ob sie nun Schießen, Werfen, Spucken oder noch Absonderlicheres tun.
Ich könnte jetzt die verschiedenen Vor- und Nachteile der Spielweise aufzählen, aber stattdessen stelle ich lieber folgende Annahme auf:

Viele Spielende wollen Fernkämpfer spielen, weil sie die Fantasy und Ästhetik dahinter genießen.

In meiner Erfahrung sind viele SC-Fernkämpfer keine SCs die Fernkampfwaffen verwenden, sondern Fernkampf-SC, die sich mit dieser Rolle identifizieren. Unabhängig vom Regelwerk wollen sie gerne im Fernkampf bleiben und würden eher fliehen ehe sie die Waffen wechseln. Ein Charakter der fließend Nahkampf und Fernkampf wechseln kann, wirkt für viele schon wie ein eigener Archetyp oder Spezialist.

Den Einsatz von Fernkampf- oder Nahkampfwaffen stattdessen als unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Probleme zu betrachten kommt, in meiner Erfahrung, den wenigsten in den Sinn. Die Vibes sind wichtiger.

Verschiedene Regelwerke (und auch Videospiele) versuchen diese Unterschiede durch gewisse Einschränkungen oder Problemstellungen herauszustellen und gleichzeitig ein (mMn unnötiges) Balancing mit Nahkämpfern sicher zu stellen.
Ob nun eingeschränkte Bewegungsfreiheit, „Friendly Fire“-Hindernisse oder konstruierter „Realismus“ (meine persönliche Nemesis).

Viele Spielende leiden darunter, Buchhaltung für ihre Charaktere zu betreiben. Pfeile zählen ist das häufigste Beispiel.

Fernkampf erfüllt mMn andere Aufgaben als Nahkampf, aber das ist meine persönliche Betrachtung und ich werde keinen Vibe-Schützen untersagen, wie sie ihre Charaktere zu spielen haben.

Spielende, die tatsächlich Pfeile zählen, tun das meist aus Pflichtgefühl. Dabei könnte das Regelwerk dabei sehr einfach aushelfen.

Meine Lösung hierfür ist, das Pfeilezählen einfach unterhaltsam zu machen.
Nicht: Dein Köcher fasst 20 Pfeile.
Lieber: Dein Köcher fasst 7 schlechte Pfeile, 7 gute Pfeile und 6 normale Pfeile.

Was gut und schlecht bedeutet, bestimmt das Regelwerk, aber schlichtweg +1 Schaden oder -1 Schaden reicht schon aus um es den Spielenden schmackhaft zu machen, über ihre Munition behutsam und engagiert nachzudenken.

Eigentlich wollte ich nur meinen Lösungsansatz loswerden – jetzt habe ich sehr knapp über den Fernkampf in RPGs philosophiert. Ich habe mehr darüber zu sagen, aber wollte den Beitrag so kurz wie möglich halten.

Mögt ihr immer ins Schwarze treffen!

Bis dahin!
~ Eure Ölbaumpflanze

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