[NordCon]: Was wir von unserem ersten Mal als Aussteller gelernt haben

Der eine oder die andere wird mitbekommen haben, dass ich letztes Wochenende Teil des Gemeinschaftsstandes des Indie-RPG-Design-Kollektivs Barcosa auf der NordCon war. Wir haben außerdem mit Plotbunny Games geklüngelt und uns gemeinsam auf einen Standplatz beworben. Vor allem cool, dass sich die gesamte Crew des Podcasts RollenspielGarage erstmalig getroffen hat.

Im Nachgang haben wir alle so ein bisschen darüber gesprochen, was wir gelernt haben und nächstes Mal besser oder anders machen würden. Vor allem hat es wirklich sehr viel Spaß gemacht, weil wir eine echt tolle Truppe waren. Und auch an dieser Stelle nochmal ganz vielen Dank an die Orga und Helfer der NordCon. Das ist wirklich ein wahnsinnig tolles Event. Außerdem hatten wir tolle Zelt-Mit-Insassen mit den Uhrwerkern.

Auf dem Bild von links nach rechts: Knurrkater, Rike, Jasmin, CrlBox, Philipp, Jonas, Seba

The Good

Ich hatte im Vorhinein das Gefühl, dass wir vielleicht etwas zu viele Leute sind und das eher abschreckend auf Besucher wirken könnte. Denn jeder von uns brachte ja seinen eigenen Kram mit. So ergab sich ein sehr buntes Sammelsurium an Spielen, Zines, Pamphleten und coolen kleinen Gadgets, die da bei uns ausgestellt waren.

Es stellte sich aber heraus, dass man 7 Leute schon echt gut brauchen kann. Vor allem, wenn vielleicht doch mal jemand einen Workshop oder eine Spielrunde mitnehmen möchte. Auch die große Produktvielfalt hat eher unterstrichen, wobei es bei Barcosa, beziehungsweise beim Indie-Design ankommt: Alles geht.

Was wir nicht hatten, war ein Banner oder sowas. Wir haben zwar extrem professionell schnell ein paar Buchstaben aus Karton ausgeschnitten, bunt angemalt und mit Kabelbindern ans Zeltdach gehängt, aber trotzdem war nicht wirklich gut zu erkennen, was das hier jetzt eigentlich für ein Stand ist. Das hatte zwar den positiven Nebeneffekt, dass wir uns dadurch alle angespornt fühlten, alle Leute, die sich zu nah heranwagten direkt über unseren Sinn und Unsinn aufzuklären, aber ein Banner, auf dem nicht nur „Barcosa“ steht sondern auch sowas wie „gemeinsam Spiele basteln“, wäre hilfreich gewesen.

Toll waren die Mitmach-Sachen, die Rike mitgebracht hat. Zum einen ein großes Papier, auf dem jede*r Besucher*in im Zelt einen Raum zu einem Dungeon hinzufügen durfte. Zum anderen eine Ideen-Schublade, in die man etwas hineinwerfen und herausnehmen durfte. Wir waren uns im Nachgang relativ einig, dass es für einen Barcosa-Stand schön wäre, wenn es noch mehr interaktive Elemente gäbe. Philipp hat das übrigens auch sehr schön ausgelebt, indem man die Preise für seine Spiele auswürfeln durfte.

The Bad

Naturgemäß waren nicht immer alle Leute am Stand. Mal wollte jemand einfach mal den Rest der Con sehen, mal einen Workshop besuchen. Besonders freche Arbeitsverweiger*innen mussten sogar etwas essen oder auf Toilette gehen. Das führte dazu, dass man relativ oft Besucher*innen hatte, die Fragen zu Zeug hatten, deren Schöpfer gerade nicht da waren.

Ich denke, das haben wir insgesamt alles gut hinbekommen, aber das nächste Mal soll es möglichst zu jedem Produkt ein Cheat-Sheet geben und wir wollen uns gegenseitig ein bisschen briefen. (Was CrlBox zum Beispiel OrkenspalterTV über meine Spiele erzählt hat, wird für mich genauso überraschend wie für euch).

Wir hätten selbst ein oder zwei Workshops anbieten sollen. Da hätte man mit vergleichsweise wenig Aufwand vergleichsweise viele Leute „abholen“ können. Ich hatte das noch versucht, war mit meiner Anmeldung aber zu spät dran für das Programmheft der Con.

Bestätigt hat diese Idee auch Daniel von System Matters, mit dem wir relativ viel geplaudert hatten. Workshops lohnen sich mehr als Spielrunden, wenn man denn etwas zu erzählen hat.

The Ugly

Hätte ich das mal vorher gewusst. Ich hatte mir vorgenommen, auf der NordCon zwei Runden Mini D20 anzubieten. Eine Samstag Nachmittag, eine Sonntag Vormittag.

Ich habe dabei unterschätzt, wie verausgabend die Teilnahme an einer Con als Aussteller ist. Darum habe ich die zweite Spielrunde am Sonntag kurzfristig abgesagt. Mein Hirn war nach zwei Tagen Adrenalin und ständigen Gesprächen frittiert und die soziale Batterie ziemlich leer.

Also nicht falsch verstehen: Ich hatte am Samstag eine tolle Spielrunde und dabei sogar drei Leute am Tisch, die noch nie vorher PnP gespielt haben. (Außerdem haben alle Mitspielenden hinterher das Spiel gekauft *hüstel*). Aber für eine Wochenendgestaltung um einen Day-Job und Familie herum, war das insgesamt eigentlich zu anstrengend. Dabei war ich der einzige aus unserer bunten Truppe, der keine stundenlange Anfahrt hatte.

Persönliches Highlight

Es gäbe sehr sehr viele Anekdoten zu erzählen, aber zumindest mein persönliches Highlight möchte ich einmal wiedergeben. Ich habe schon vor einigen Monaten in Hamburg mit ein paar Leuten mal Rock & Stone gespielt. Einer der Spieler (Lehrer) aus der Runde kam an den Stand und erzählte, dass er das jetzt mit den Kids in der Schule spielt. Kurz darauf kam eine seiner Schülerinnen, ein etwa 11-jähriges Mädchen, dazu und nannte das Spiel cool. Davon werde ich jetzt einige Wochen zehren. Die Vorstellung, dass eine Gruppe elfjähriger als ständig betrunkene Zwerge durch einen Dungeon marodiert, gefiel uns allen auch sehr gut.

Fazit

Wird auf jeden Fall wiederholt. Besonderer Shout-Out an Mario (von Projektrolle) und Co, die viel mit uns herumgehangen haben. War super, auch wenn ich das gemeinsame Abendessen etwas vorzeitig verlassen musste (wegen leerer Batterie, siehe oben).

MfG,
-Seba

Veröffentlicht von Seba

Schreiberling aus Hamburg

4 Kommentare zu „[NordCon]: Was wir von unserem ersten Mal als Aussteller gelernt haben

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