Als Vater bin ich für die kulturelle Bildung meiner Kinder verantwortlich und deshalb habe ich mit meinem Sohn Highlander gesehen. Als filmisches Gesamtwerk ist der nicht so besonders, aber wo er gut ist, ist er sehr gut. Das gelingt ihm besonders in den Figuren. Die sind nicht komplex, werden aber sehr effektvoll und effizient eingeführt. Also lasst uns ein paar Ideen fürs Rollenspiel klauen.
NSC-Einführung über Flashbacks
Tritt eine neue Figur auf, wird in eine historische Vignette umgeschnitten, wie sich Connor MacLeod und dieser Charakter das erste mal begegnen. Das kann man spielerisch direkt übernehmen, selbst in weniger erzählerischen Spielen – fragt einfach die Spieler:in: „Unter welchen Umständen hast du diesen NSC kennengelernt?“ Und dann spielt ihr eine kurze Szene, die die Grundlage der Beziehung schafft. Wenn es etwas länger dauert, gebt den anderen Mitspielenden schnelle Nebenrollen, die die Szene weiter ausschmücken.
Kampf als Beziehungsarbeit
Die großen Kämpfe eines Spiels sollten Bedeutung haben, jenseits der Frage wer gewinnt und welche Ressourcen verbraucht werden. Sie sollten wichtige Eckpunkte der Geschichte sein und etwas über die Figuren enthüllen oder diese verändern. In solchen Kämpfen hört das Rollenspiel nicht mit dem Initiativewurf auf. Im Film versucht Kurgan den Highlander zu verunsichern, indem er ihm von seinem letzten Kampf gegen Ramirez erzählt. An der wütenden Reaktion MacLeods erkennt Kurgan, dass Heather nicht etwa Ramirez‘ Geliebte war, sondern die des Highlanders.
Deshalb sollten solche Kämpfe – mehr noch als ohnehin – groß inszeniert werden. Die Landschaft sollte sich während des Kampfs verändern (die Mauern des Turms zerbrechen unter Kurgans mächtigen Hieben, die Tiefgarage wird von der Sprinkleranlage unter Wasser gesetzt). Selbst in einem Film wie Highlander, wo der Zweikampf bis zum Tod im Zentrum aller Auseinandersetzungen steht, gibt es oft alternative oder zusätzliche Ziele im Kampf (auch wenn es meist nur die Rettung der Damsel in Distress ist). Deshalb: keine Angst vor dem Bombast in den wichtigen Kämpfen.
Ein stilgebender Soundtrack
Highlander hat mit verschiedenen Queen-Songs natürlich in die oberste Schublade gegriffen, was viele emotionale Szenen des Films untermalt und aufwertet. Man kann einer Kampagne auch gerne mal einen passenden Soundtrack geben, der den Vibe musikalisch ausdrückt. Nichts gegen Ambient oder die klassischen Film-Soundtracks, aber was ausdrucksstärkeres darf es auch gerne sein. Um so besser, wenn es ein:e einzelne:r Künstler:in ist, aber eine thematisch passende Compilation (wie ich sie hier mal für eine Kampagne skizziert hatte) ist auch schon gut. Und diesen Score kann man bei Gelegenheit immer wieder anspielen – zum Anfang und Ende, bei Szenenwechseln und Wendepunkten.