A-Piece-of-History-every-day 2025 – Teil 11 (Die Schlacht von Stamford Bridge) 

Das Jahr 1066 ist vor allem berühmt für die Schlacht von Hastings, wo William und sein normannisches Heer den englischen König Harold Godwinson besiegten und bla bla langweilig. Drei Wochen zuvor fand bereits die weniger bekannte Schlacht an der Stamford Bridge statt, wo die Angelsachsen Harolds eine norwegische Armee unter Harald Hardrada besiegte. Die Engländer überraschten die Norweger, die auf beiden Seiten eines Flusses campierten. In höchster Not zogen sich die Norweger über die Brücke auf ein Ufer zurück, um dort einen Schildwall zu formieren. Als die englischen Truppen hinterherdrängten, wurden sie von einem einzelnen norwegischen Berserker aufgehalten, der, mit einer Dänenaxt bewaffnet, die gesamte englische Armee aufhielt. 40 angelsächsische Krieger soll dieser Berserker niedergestreckt haben und erst besiegt worden sein, als sich ein Engländer im Wasser unter der Brücke treiben ließ und den Norweger mit einem Speer durch die Lücken zwischen den Brettern erstach.

The Battle of Stamford Bridge, from The Life of King Edward the Confessor by Matthew Paris. 13th century. Cambridge, Cambridge University Library, MS Ee.3.59, f. 32v; MS produced c. 1250-60. (Quelle)

Und das, liebe SCs, ist jetzt eure Aufgabe – haltet die feindliche Armee an der Brücke auf, während sich (Variante A) eure Truppen neu formieren oder (Variante B) unschuldige Flüchtlinge sich in die wartenden Boote retten. Jede Runde, die ihr überlebt, wird eure versprengte Armee wieder stärker bzw. retten sich noch mehr Flüchtlinge vor dem heranstürmenden Feind. Und dann ist da noch die Frage: Rettet ihr euch auch selbst? Und wenn ja, wie?

In diesem Setting muss die Brücke von entscheidender Bedeutung sein. Der Gegner kann sie nicht überfliegen, den Fluss durchschwimmen oder den Abgrund überspringen. Sie sollte etwas an Deckung bieten, z.B. Säulen, die ihren Eingang säumen, Geländer zu den Seiten hin, Tragpfeiler, die hoch aus dem Wasser jagen, umgestürzte Karren mit Ochsenkadavern, um eine taktisch interessante Umgebung zu bieten und die SCs vor den meisten Fernkampfangriffen abzuschirmen, solange sie in Deckung bleiben. Clevere Spieler:innen können mit aus herumliegenden Trümmern auch Barrieren und Fallen bauen. Selbst die Leichen besiegter Feinde können Deckung bieten und Sturmangriffe behindern.

Als letztes braucht man noch verschiedene, taktisch unterschiedliche Wellen von Feinden, damit es kein reines „Abwürfeln“ wird, in dem nach jedem besiegten Feind sein identischer Klon aus der nächsten Reihe nachrückt und das so lange wiederholt wird, bis die Gruppe endgültig besiegt ist. Hier Vorschläge für sechs Wellen, die wechselnde Herausforderungen bieten:

  1. Schwere Infanterie: ein Trupp solider Nahkämpfer, gut gerüstet, keine besonderen Fähigkeiten. Versuchen einfach die Brücke durch ihre Übermacht einzunehmen und unterschätzen ihre Gegner. Holen sich eine blutige Nase und ziehen sich zurück.
  2. Ein Pfeilhagel von den Bogenschützen. Kann man leicht überstehen, wenn man in Deckung bleibt. In ihrem Schutz rückt die dritte Welle näher. Wenn sie nahe dran ist, hört das Sperrfeuer auf.
  3. Der Brutaltrupp. Besonders starke Nahkämpfer (z.B. Oger), die mit überlegener Stärke versuchen, die Verteidiger zurückzudrängen. Halten sich für die Elite ihrer Armee und kämpfen stolz bis zum Letzten. Hinterlassen dafür große Leichname, die man als Deckung nutzen kann.
  4. Sappeure, die die Brücke sabotieren sollen. Sie legen Feuer an hölzernen Stützpfeilern oder platzieren Sprengladungen an steinernen Bauteilen. Sie werden geschützt von beweglichen, leichten Infanteristen, die sehr schnell besiegt werden müssen, um die Sappeure rechtzeitig zu stoppen.
  5. Ein Kommando Magier:innen mit ihrer Eliteleibwache kommt heran, um Feuer und Blitz herabregnen zu lassen. Ihre Zauber haben nur eine geringe Reichweite, sind aber stärker als die Deckung auf der Brücke. Sollte man einen Ausfall wagen, um sie zu stoppen?
  6. Eine Einheit Kavallerie stürmt auf die schmale Brücke zu. Sie werden versuchen, Barrieren und Verteidiger:innen niederzureiten oder zu überspringen, um damit die Verteidigungslinie zu durchbrechen.

Diese taktischen Unterschiede kann man auch noch mit einer veränderlichen Umwelt variieren, z.B.:

  • Das Wetter wird immer schlechter. Während der zweiten Welle setzt Regen ein, der immer schlimmer wird. Bei der vierten oder fünften Welle ist die Sicht schon stark eingeschränkt und die hölzernen, blutgetränkten Bohlen werden rutschig.
  • Der Fluss ist angeschwollen von der Schneeschmelze und trägt Baumstämme ins Tal herab. Jede Kampfrunde besteht eine 2-in-6 Chance, dass ein Baumstamm einen Stützpfeiler rammt und alle einen RW schaffen müssen, um nicht hinzufallen.
  • Die Nacht bricht heran. Bei jeder Welle wird es dunkler. Haben die Gegner Dunkelsicht, ist dies zu ihrem Vorteil, aber vielleicht kann man sie auch mit hellem Licht (z.B. einem brennenden Karren) blenden.
  • Feindselige Tierwelt greift wahllos einige Kombattanten an, z.B. Wespen aus einem Nest an einem Pfeiler, ein Schwarm Stirges oder gleich ein Drache oder eine Riesenschildkröte.

Veröffentlicht von Rackhir

Autor von Zalú und zu vielen anderen Projekten gleichzeitig.

2 Kommentare zu „A-Piece-of-History-every-day 2025 – Teil 11 (Die Schlacht von Stamford Bridge) 

  1. Solche Momente sind immer spannend wenn sie gut gemacht sind (und nicjt mies wie zB in „Red Hand of Doom“). Egal ob hier, bei 300 oder damals in meiner „Kingmaker“-Kampagne, Welle um Welle und zusätzlich vielleicht noch die eine oder andere Challenge, das fordert, macht Laune und lässt die Spieler schwierige Entscheidungen treffen.
    Toll geschrieben und viele spannende Möglichkeiten genannt. Kann man direkt so klauen.

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  2. Nette Idee. Was ich vermeiden würde, es auf Eisenbahnschienen zu setzen…aber drauf vorbereitet sein, wenn die Spieler diese Option wählen, würde ich schon.

    „Verteidigt die Brücke gegen einen Durchbruch“ ist aber ein Auftrag, der mMn genug Optionen beinhaltet.

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