Download: Slumdogs Abenteuer – Wettbewerb kurz vor knapp

Der Abenteuer-Wettbewerb für Slumdogs biegt auf die Zielgerade ein. Alle Einreichungen sind auf der Seite des Spiels herunterladbar.

Eigentlich endete der Einsende-Zeitraum gestern, aber ich habe ein paar Anfragen für kurzen Aufschub bekommen. Klar, ich habe schon damit gerechnet, dass einige Dinge erst ganz zum Ende kommen. Erwartungsgemäß kamen direkt am eigentlichen Stichtag zum Beispiel noch drei coole Abenteuer für Slumdogs in meinem Postfach an.

Der Wettbewerb endet am 3. Juni

Am Samstag, den 6. Juni werde ich einen Post verfassen, in dem ich das Gewinner-Abenteuer des Slumdogs Wettbewerbs verkünde. Schon jetzt treibt mir das den kalten Schweiß auf die Stirn, weil wirklich fantastisches Material dabei ist. Also wirklich auf einem Niveau, mit dem sich Slumdogs in keiner Weise vor anderen Cyberpunk-Systemen verstecken muss. Ein paar in der Szene durchaus bekannte Gesichter haben sich für eine Teilnahme am Wettbewerb entschieden. Zuletzt zum Beispiel Prisma vom Weltenwandel-Blog, wo ihr übrigens zum Beispiel sein eigenes Cyberpunk-Rollenspiel Digital Shades findet. Und Nick Dysen, Veteran zahlreicher Abenteuerwettbewerbe zum Beispiel auf der Drachenzwinge. Besonders nett finde ich auch, dass beide RoBos, Ron und Roswitha Böhm von RoBo-Abenteuer beim Slumdogs-Wettbewerb dabei sind.

Wenn ihr noch dabei sein wollt, muss ich euer Abenteuer auf jeden Fall spätestens am 3. Juni haben. Sonst kann ich es nicht mehr berücksichtigen.

Slumdogs im Weltenwanderer

Ich nutze diesen Post einfach mal doppelt, weil ich kürzlich eine kleine Systemvorstellung für das Weltenwanderer-Magazin geschrieben habe. Und einfach, weil ich es kann, schreib ich das hier auch nochmal rein. Im Magazin wird übrigens auch eines der von Oxytocin eingereichten Abenteuer erscheinen.

Was ist Slumdogs

In einer von regelgeladenen Wälzern dominierten Rollenspielwelt sehnen sich viele Runden nach Geschwindigkeit und sofortiger Action. Genau hier springt SLUMDOGS in die Bresche. Ein deutsches Indie-Rollenspiel im genialen Layout von CrlBox gestaltet. Auf wenigen Seiten bietet dieses System alle Regeln, um eine vielseitige Crew zu erstellen, Missionen zu bewältigen und Sektoren zu bespielen. Unter dem Motto „Chrom, Crews & Chaos“ liefert es ein extrem schnelles Cyberpunk-System mit einer einheitlichen Würfelpool-Mechanik.

SLUMDOGS ist beim Uhrwerk-Verlag erschienen und kann unter anderem dort als Print-Version erworben werden. Als kostenloser Download ist es immer noch auf www.kritischerfehlschlag.de verfügbar. Allerdings wurden für die Uhrwerk-Version einige Begrifflichkeiten geändert, um das Spiel etwas mehr vom „Vorbild“ abzugrenzen. Auf der Website gibt es auch einige kostenlose, ausgearbeitete Abenteuer.

SLUMDOGS entführt uns in ein klassisches, destilliertes Cyberpunk-Setting. Die Welt wird von unbarmherzigem Hyperkapitalismus, Konzernen und Gangs beherrscht. Die Charaktere starten ganz unten – als kleine Gangmitglieder oder Straßenspezialisten in den rechtsfreien Zonen einer gigantischen Metropole. Das Ziel? Das nackte Überleben, das Beschützen des eigenen Revier-Sektors und der Aufstieg durch riskante Missionen. Das Regelwerk liefert direkt Werkzeuge und Tabellen, um gemeinsam ein eigenes Viertel mitsamt lokaler Gangs und Megakonzernen zu entwerfen.

Dabei bleibt SLUMDOGS am liebsten auf dieser Ebene. Weltrettung und High-Stakes können andere. SLUMDOGS kann das Überleben auf der Straße.

Mechanisch besticht SLUMDOGS durch schlichte Eleganz. Jede Würfelprobe wird über dieselbe universelle Mechanik gelöst: Man addiert entweder zwei passende Attribute oder ein Attribut und eine Fertigkeit. Geworfen werden herkömmliche sechsseitige Würfel (W6), wobei jede 5 und 6 als Erfolg gewertet wird. Die Spielleitung legt je nach Situation eine Schwierigkeit fest, die von „Sehr leicht“ (1 Erfolg) bis „Nahezu unmöglich“ (6 Erfolge) reicht.

Läuft ein wichtiger Wurf schief, können die Spielenden einen Grit-Punkt „verbrennen“ (dauerhaft abstreichen), um alle Misserfolge neu zu würfeln. Da man Grit nur schwer zurückbekommt, sorgt dies für strategische Entscheidungen. Attribute und Fertigkeiten sind auf maximal 6 gedeckelt, was das System mathematisch sauber hält und die Würfelpools nicht völlig ausarten lässt.

Wem das jetzt alles bekannt vorkommt: Klar, es handelt sich um eine radikale Verschlankung eines anderen, bekannten Fantasy-Cyberpunk-Spiels. Und es zeigt, wie klein ein Regelwerk sein und dabei trotzdem das Spielgefühl des wesentlich dickeren Vorbilds einfangen kann.

Das Erschaffen einer eigenen Crew geht unkompliziert vonstatten. Jeder Charakter erhält 16 Attributspunkte zur freien Verteilung auf Kernwerte wie Stärke, Geschicklichkeit, Willenskraft, Logik, Charisma und Grit. Modifiziert wird das Ganze durch die Wahl der Spezies: Menschen erhalten Bonus-Grit, Elfen sind extrem agil, Zwerge und Orks besitzen Nachtsicht, und Trolle glänzen mit massiver Stärke sowie Panzerung. Danach werden einige Fertigkeitspunkte verteilt, wobei man maximal sechs verschiedene Fertigkeiten beherrschen kann. Die Hitpoints berechnen sich unkompliziert aus 5 plus der doppelten Stärke.

Wer sich mit Cyberware-Boostern wie Datenbuchsen oder Synth-Muskeln vollstopft, bezahlt dies mit dem permanenten Verlust von Anima. Sinkt der Wert auf 4 oder weniger, kann man nicht mehr zaubern. Denn es gibt auch Magie wie Feuerbälle oder Unsichtbarkeit. Bei 2 oder weniger versagt die magische Heilung, und bei 0 Anima mutiert der Charakter zum wahnsinnigen Cyberzombie. Abgerundet wird die Erschaffung durch Vor- und Nachteile. Neben magischem Talent gibt es herrliche Rollenspiel-Katalysatoren wie die Nachteile „Mansplainer“ oder „Hipster“.

Interessant: Magie kostet keine Ressourcen, Mana oder Astralpunkte. Wenn man zaubern kann, kann man halt zaubern. Dafür müssen neue Zauber mit Geld gekauft werden.

Der Kampf in den Slums ist schnell und blutig. Man nutzt die eigene Kampffertigkeit plus Geschicklichkeit oder Stärke gegen das Ausweichen des Gegners. Jeder Netto-Erfolg erhöht den festen Waffenschaden, während Rüstung diesen verringert. Sinken die Hitpoints auf oder unter 0, muss in jeder folgenden Runde eine härter werdende Überleben-Probe abgelegt werden. Misslingt diese auch nur ein einziges Mal, ist der Charakter permanent tot.

Auch für Spezialisten gibt es maßgeschneiderte Systeme: „Gearheads“ steuern Drohnen über die Gearhead-Kontrolle , während Hacker sich mittels Datenbuchse in Netzwerke einklinken. Das Hacking läuft als schnelles virtuelles Duell gegen die Sicherheitssysteme oder feindliche Hacker ab, ohne das restliche Spielgeschehen stundenlang zu blockieren.

Kurz und schmerzhaft

SLUMDOGS zeigt, dass ein atmosphärisches Rollenspiel kein zentnerschweres Regelwerk braucht. Es destilliert die wichtigste Essenz des Cyberpunk-Genres in ein hocheffizientes Regel-Leichtgewicht. Es eignet sich perfekt für actiongeladene One-Shots oder Kampagnen, bei denen die Story und die Action im Vordergrund stehen. Wer Shadowrun oder Cyberpunk RED wegen des Flairs liebt, aber vor komplexen Tabellen zurückschreckt, findet hier eine Lösung.

MfG,
-Seba

Veröffentlicht von Seba

Schreiberling aus Hamburg

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