[Spielbericht] Helvéczia – The Infernal Wedding

Neuigkeiten aus einem Katalonien, das es nie gab.

Das Abenteuer beginnt damit, dass Isolde Knecht (deutsche Studentin, Stufe2) und Jan Olbrecht (tschechischer Vagabund Stufe2) einen Hohlweg durchqueren. Während Jan noch feststellt, dass, dies ein guter Ort für einen Hinterhalt wäre, entdeckt Isolde eine Gestalt in einer Kutte, die sich hinter einem Baum versteckt. Man ruft den Fremden an, er solle sich zu erkennen geben. „Ihr seid dem Kapuziner anheim gefallen!“ ist die höhnische Antwort. Schnell stellt sich auch heraus, dass der Kapuziner noch vier weitere Räuber als Begleiter hat. Die Helden wollen zunächst ihren Hals retten, in dem sie ihre, eh geringe, Barschaft übergeben. Einer der Räuber nimmt das Geld an sich und beginnt, Jan, feist grinsend, nach weiteren Wertsachen zu untersuchen. Beherzt packt sich Jan den Schuft und zwingt ihn in den Würgegriff. Zu seiner Überraschung und zur Bestürzung des Räubers, der auf den Namen Jorge hört, ist der Kapuziner aber nicht an einem Austausch interessiert. Soll er dem dummen Hund doch den Hals umdrehen, wenn er sich gefangen nehmen lässt. Isolde indes nutzt die Zeit und zaubert Splendid Ludmilla’s Spinaround Spell auf den Kapuziner, dieser fängt an sich zu drehen und wirft dabei, all seine Habseligkeiten von sich. Die verbliebenen Räuber geben Fersengeld. Ebenso der Kapuziner, als er allein und unbewaffnet, den Helden gegenüber steht. Man nimmt die, ganz anschauliche, Barschaft und die beeindruckenden Luzerner Hammer des Kapuziners an sich und macht sich auf den Weg zum nahen Nonnenkloster Sankt Agnes.

Dieses findet man verriegelt und verrammelt vor und es bedarf ein wenig Überzeugungsarbeit, bis sie von den Nonnen eingelassen werden, da sie zunächst für Kompagnons des Kapuziners gehalten werden. Die Nonnen berichten, dass der Kapuziner und seine Bande seit einigen Tagen das Kloster bedrängt und den armen Gärtner erschlugen. Zudem vermissen sie Schwester Agnes, diese hält sich oft in einer, nah gelegenen und verlassenen Einsiedelei auf.

Isolde und Jan nehmen sich der Sache an und machen sich auf den Weg zur Einsiedelei. Diese liegt verlassen und schon ein wenig mitgenommen da. Aber als die beiden den kleinen Altarraum betreten, manifestierst sich vor ihnen ein Geist. Dieser stellt sich als der Geist des ehemaligen Einsiedlers vor. Die Helden erfahren, dass der Kapuziner tatsächlich Schwester Agnes aus der Einsiedelei entführt habe. Dazu hat der Schuft auch noch die sterblichen Überreste des Einsiedlers gestohlen, so dass dieser keine Ruhe finden kann. Er vermutet, dass sie die arme Nonne direkt in die Hölle verschleppt haben. Zur mitternächtlichen Stunde kann man an einer nahen Wegkreuzung einem schwarzen Hund folgen, der einen in die Hölle führt. Aber Vorsicht! So leicht er einen hineinlässt, lässt er einen nicht wieder heraus. Jan und Isolde sind ein wenig skeptisch. (Na ja, Geister erzählen wohl bekanntlich viel, wenn der Tag lang ist.) Aber, sie suchen die Kreuzung auf. Dort suchen sie nach Spuren, finden auch welche und folgen ihnen, bis sie, zwischen zwei Bäumen vor einer Felswand, enden. Alles wird sorgfältig untersucht, auch die Felswand erklommen. Aber es ist nichts zu entdecken. Also warten die beiden Skeptiker doch bis in die Nacht.

Gegen Mitternacht öffnet sich der Fels und ein großer, schwarzer Hund, von der Größe eines Kalbes, mit glühenden bösen Augen trottet heraus und Richtung Kreuzung.

Jan und Isolde steigen einen tiefen dunklen Gang hinab, aus dem Schwefeldämpfe aufsteigen.

Sie kommen in eine Große Höhle, die von Unmengen von Knochen ausgefüllt wird, das Lager des schwarzen Hundes. Man entdeckt eine Treppe, die hinabführt und eine Tür. Man entschließt sich die Tür zu nehmen.

Die beiden betreten einen Raum, dessen Decke mit Fresken geschmückt sind und in dem feinste Sofas aufgestellt sind, von denen aus man die Fresken betrachten kann. Jan betrachtet sie genauer: sie stellen die sieben Todsünden da. Jan droht sich in ihnen zu verlieren und das Bedürfnis zu sündigen wird immer größer. Er kann diese Versuchung allerdings abschütteln. Schnell verlässt man den Raum.

Eine weitere Treppe, im nächsten Gang lässt man schnell links liegen und betritt, einen großen Tanzsaal, in dem 12 Teufelchen wild tanzen. Um nicht aufzufallen, bewegen sich die beiden tanzend durch den Saal, auch beim Öffnen und Sichern der nächsten Tür achten sie genau drauf, nicht mit dem Tanzen auf zu hören.

Im nächsten Raum finde sie eine Festtafel, Jan beginnt, nach all den Anstrengungen zu schlemmen, Isolde hält sich eher zurück. Auch hier lässt man wieder eine Treppe nach unten links liegen und begibt sich in den nächsten Raum.

Dort trifft man auf zwei Teufelchen beim Kartenspiel. Jan steigt ein und hat ihnen bald den kompletten Einsatz abgenommen. Im Gespräch erfährt man, dass Don García Deselmado gerade Hochzeit mit Schwester Agnes in der dunklen Kirche hält. Jan und Isolde fragen, ob sie nicht als Begleiter der Teufelchen an der Hochzeit teilnehmen können. Die Teufelchen willigen lachend ein, haken sie unter und führen sie, wie der Wind, zwei Treppen hinab tiefer.

Durch den Seiteneingang betreten die Helden die dunkle Kirche, wo sich ihnen ein merkwürdiges Schauspiel bietet, Don García Deselmado als Bräutigam, die armes Schwester Agnes, als unfreiwillige Braut, vor ihnen an die sterblichen Überreste eines Mönches, als Priester, von Don García Deselmado, mittels Drähten, wie eine Marionette gesteuert. Im Kirchenschiff, die Hochzeitsgemeinde, bestehend aus dem Kapuziner, vier Räubern und zwei Teufeln.

Isolde und Jan raunen ihren Begleitern noch zu, dass das alles zur Show gehört und sie nur zuschauen sollen. Der Kapuziner erkennt die beiden und die Hochzeitsgemeinde geht zum Angriff auf die Störenfriede über. Die Räuber erreichen die Helden zu erst, die sich in der engen Kirchentür positionieren.. Damit sind sie für die Teufel und den schäumenden Kapuziner erst einmal nicht zu erreichen. Mehrere Räuber werden nieder gekämpft. Aber die anderen sind immer zu tapfer oder zu dumm, um zu fliehen. In die entstandene Lücke drängen zunächst die Teufel. Sehr zum Ärger des Kapuziners. Da die beiden Helden mittlerweile auch arg mitgenommen sind, greift Isolde in ihrer Verzweiflung zur Heiligen Bibel und rezitiert daraus: „Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.“ Mat 26,75. Die Teufel schauen, sich kurz an und meinen traurig: Da waren wir dabei. Dann ziehen sich, eine einzelne Träne vergießend, zurück. Trotzdem ist den Helden das Glück nicht hold. Nur noch im Kampf gegen einen, sehr wütenden Kapuziner, und einem, sehr störrischen, Räuber, gehen sie letztlich beide bewusstlos zu Boden, während Don García Deselmado seine neue Braut über die Schultern wirft und sich von dannen macht.

Im Raum des Festgelages kommen sie, schwer ramponiert, wieder zu sich. Gefesselt an ihre Stühle machen die Teufelchen, ihre groben Späße mit ihnen und den ebenfalls auf einem Stuhl drapierten sterblichen Überresten des Einsiedlers. Dies alles ist Teil des großen Hochzeitsfestes. Am Ende entschuldigt sich Don García Deselmado mit seiner neuen Braut und überlässt, sehr zum Widerwillen des anwesenden Kapuziners, die Helden den Teufelchen. Die Teufelchen beraten, ob man die beiden nicht einfach in die Tiefen der Hölle hinabstoßen sollte, aber Jan bittet sie um ein letzte Spiel, diesmal um ihrer Freiheit. Wieder zieht Jan die Teufelchen ab.

Die beiden können sich mit den Leichnam des Einsiedlers davon machen.

In der Höhle des schwarzen Hundes liegt dieser allerdings bedrohlich schnarchend in der Mitte des Raumes. Die beiden versuchen vorbei zu schleichen, schaffen es aber nicht beide. Wütend erwacht der Hund. Geistesgegenwärtig wirft Jan ein Knochen in die anderen Richtung unterstützt von einem „Hier, Hündchen, Hündchen.“ Der schwarze Hund rennt zunächst hinterher und die beiden in Richtung ausgingen. Dieser ist mit einem Tor versperrt. Isolde zaubert Skeleton Key und die Verzauberten Knochen knacken das Schloss. Während die Sonne aufgeht stolpern die beiden mehr tot als lebendig aus dem Felsen. Der Hund folgt ihnen nicht ins Tageslicht.

Die Helden kehren zurück zum Nonnenkloster, man beweint das schreckliche Schicksal von Schwester Agnes und bestattet den armen Einsiedler.

Jan und Isolde, wollen es aber nicht dabei belassen. Sie erholen sich zwei Tage und wollen, dann ihr Glück noch einmal versuchen. Von den Schwestern erhalten sie, auf Nachfrage, eine Reliquie: Eine Träne der heiligen Maria Magdalena. So wie etwas Weihwasser. Zur nächsten Mitternacht macht man sich wieder auf zum Höllenschlund.

Vorsichtig und entschlossen macht man sich auf den Weg und kommt unbescholten bis zu den, mal wieder Karten spielenden Teufeln. Wieder versucht Jan sein Glück und wieder spielt er, als ob es irgendwo einen eifrigen Heiligen für das eigentlich sündige Glücksspiel geben würde. Er nimmt den Teufeln alles ab, auch das Versprechen ihnen bei der Befreiung von Schwester Agnes zu helfen. Und als die Teufelchen versuchen, dies zurück zu gewinnen auch noch das Versprechen von weiteren Nonnen, die es hier unten geben soll. Aber auch dieses Spiel gewinnt Jan Olbrecht.

Zähne knirschend führen die Teufelchen die Helden zunächst in einen Teil, den sie noch nicht kennen. Der Raum stellt sich als eine Art Gruft heraus, darin sieben Sarkophage, auf dem letzten, noch nicht verschlossenen, der Name Agnes.

Zwei Teufelchen bringen die armen, verstorbenen, Nonnen zum Ausgang der Hölle. Der dritte führt die Helden weiter durch die dunkle Kirche zu einem Aufgang, der zur Suite von Don García Deselmado führt.

Das Teufelchen verspricht Don García Deselmado abzulenken, in fünf Minuten sollen sie ihr Glück versuchen. Er steckt den beiden links und rechts ein Hühnerschenkel ins Haar, spuckt ihnen ins Gesicht und zieht kichernd von dannen.

Jan und Isolde betreten nach einigen Minuten die prächtige Suite Don García Deselmados, auf dem Bett die schluchzende Schwester Agnes, die Regale gefüllt mit wertvollen Büchern, Pokalen und anderen Gegenständen. Schwester Agnes fürchtet sich vor den beiden und hält sie zunächst für Teufel, Isolde beruhigt sie aber und versichert ihr, dass sie da sind um ihr zu helfen. Während Jan, die Gelegenheit beim Schopfe packt und etwas Beute in seiner Tasche verschwinden lässt, versucht Isolde Schwester Agnes zu befreien. Diese wurde mit einem Haar von Don García Deselmado an das Bett gefesselt. Das Haar ist überraschend widerspenstig, aber Isolde hold die Reliquie mit der Träne der Maria Magdalena heraus, aus dieser löst sich eine Träne, die auf das Teufelshaar fällt und dieses versengt. Schwester Agnes ist frei. Jan betreufelt noch die Bücher in den Regalen mit dem Weihwasser, worauf hin einige von ihnen anfangen zu qualmen und zu brennen. Das Zeichen zum Aufbruch.

Auf dem bekannten Weg versuchen die Helden mit der humpelnden Schwester Agnes zu entkommen. Im Tanzsaal treffen sie auf den Kapuziner, dieser wird angesichts von Schwester Agnes stutzig und erkennt, die beiden Helden, bei genauerem hinsehen, als seine Feinde. Er will gerade seinen wiedergewonnen Luzerner Hammer gegen die beiden schwingen, als er ein weiteres Mal mit Splendid Ludmilla’s Spinaround Spell von Isolde belegt wird. Sein wieder davonfliegenden Hammer nehmen die Helden frech grinsend an sich und entschwinden unter Flüchen und Verwünschungen des Kapuziners.

In der Höhle des schwarzen Hundes liegt dieser wieder auf der Lauer. Zu seiner Schande fällt er ein weitere mal auf Jans Knochentrick herein, nach dem es mit dem Schleichen wieder nicht geklappt hat. Da Schwester Agnes nicht ganz so flink ist, wird es diesmal eine noch knappere Verfolgungsjagd. Als Jan und Isolde am Tor bemerken, dass dieses wieder verschlossen ist und Isolde keinen Skeleton Key für heute vorbereitet hat wird es brenzlig. Jan stellt sich dem Hund zum Kampf. Isolde wirkt The Might of Hercules auf sich selbst und wirft sich gegen das Tor, dieses springt auch auf. Während Isolde und Schwester Agnes hinaus schlüpfen, packt der schwarze Hund Jan mit einem entsetzlichen Biss an der Kehle und schleift ihn zurück in die Hölle.

Im Konvent ist man dankbar für die Befreiung von Schwester Agnes und auch die weiteren verstorbenen Nonnen bekommen hier ein christliches Begräbnis. Jan Obrecht wird man in Zukunft immer in die Gebete und Fürbitten des Klosters einschließen.

Die Runde fand im Rahmen des Con Lenonis statt, wie unschwer zu erkennen, mit nur zwei Spielern. Das Anmelden von Spielrunden und das Anmelden bei Spielrunden ist dort nochmal ein Abenteuer für sich. Ausfallen lassen wollte ich sie aber nicht, also haben wir gespielt und ich denke das war am Ende die richtige Entscheidung. Ich musste an ein paar Stellen, das ganze etwas runterschrauben und vielleicht auch ein bisschen Handwedeln, weil es sonst einfach unschaffbar geworden wäre. Ein wenig ärgere ich mich, dass nicht nicht drauf gekommen bin, ihnen, wie in anderen OSR Systemen einfach ein paar Hirelings mit an die Hand zu geben. Auch wollte ich zunächst selbst Charaktere auf Stufe drei bauen, habe das aber abgebrochen und hab aus Bequemlichkeit auf die vorgefertigten Charaktere zurück gegriffen, das wäre hier, wenn auch nur zufällig schon nochmal praktisch gewesen.

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