Ölbaumplantage #31: Die Handlung war schon immer da…

Ich habe vor kurzem meinen Partner beim Leiten einer englischen Runde BtW für ein paar Neulinge erlebt. Ich war nicht Teil der Runde, was mir ganz gelegen kam, denn so konnte ich ein wenig vom Seitenstreifen aus einen anderen Spielleitungsstil beobachten.

Dieser Beitrag ist nicht über diesen Stil, über meinen Stil und auch keine TOP 10 der besten Spielleitungsstile in TTRPGs. Dieser Beitrag behandelt eine Erkenntnis für mich, die eigentlich auf der Hand liegen sollte und mir dennoch immer wieder entfleucht.

Die Handlung war schon immer da.
Sie wird spielerisch entdeckt.
Die SL erschafft sie nicht.
Der Spieltisch verändert sie nicht.
Was gemeinsam erlebt wurde, war die Handlung.

Vor allem Online ist der Diskurs der Definition von TTRPGs meistens geprägt von:

  • [DAS] ist kein Rollenspiel, [DIES] ist!
  • [SO] kann Rollenspiel nicht funktionieren, es braucht [SOWAS]!
  • Wer [DIES] mag, ist kein richtiger Rollenspieler!

Was Rollenspiele angeht haben im Grunde alle, die Online das Keyboard in die Hand nehmen, eine außerordentlich ausformulierte Meinung. Nehmt euch da nicht raus, ihr lest diesen Blog und macht euch gerade eure ganz eigenen, schlüssigen Gedanken zu dem Thema.

Mir ist es aber mittlerweile egal, welche Reinheitstests oder Tugendsignale manche Online-Communities (und selbst solche IRL) sich gerne wünschen würden, um endlich den Rollenspiel-Messias auf Erden zu bringen. Ich will mich an diesen Beitrag erinnern, wenn ich dem Hobby wieder fröhne. Ich will mir meine Worte hinter die Ohren schreiben:

Die Handlung war schon immer da.
Sie wird spielerisch entdeckt.
Die SL erschafft sie nicht.
Der Spieltisch verändert sie nicht.
Was gemeinsam erlebt wurde, war die Handlung.

Bis dahin!
~ Eure Ölbaumpflanze

2 Kommentare zu „Ölbaumplantage #31: Die Handlung war schon immer da…

  1. Wir haben darüber auf Discord ein bisschen geredet. Ich möchte mal kurz wiedergeben, was ich dort schrieb, damit es diesem Beitrag zugeordnet bleibt:
    Die Schere zwischen „so dachte ich, dass die Runde läuft“ und „so ist die Runde gelaufen“, hat mir in meiner Frühphase der Spielleitung viel Kopfzerbrechen und Selbstzweifel bereitet. Es hat mehrere Jahre gedauert, bis ich wirklich verinnerlicht hatte, dass es nicht primär um erwartbare Ergebnisse geht. Und manchmal tappe ich in die Falle immer noch. Was der Inhalt, Ton und der Verlauf des Abenteuers ist, weiß man immer erst hinterher.

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