[Download] Baden-Württemberg im Dreißigjährigen Krieg – eine Karte mit QGIS

Hinweis: Dies ist ein sehr detaillierter Bericht über die Entstehung der Karte. Die Download-Dateien befinden sich ganz am Ende vor dem Ausblick und den Danksagungen. Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass dies der zweite Artikel heute ist. Schaut euch auf jeden Fall auch Rackhirs Vorschau zu Erde & Wasser Part 2 an.

Zeoko

Da dachte ich erst: Der erste Artikel kam gut an, machen wir uns mal ran, mehr ins Detail zu gehen oder den Vorschlag von Seba aufzunehmen und mehr die Karte und die Inhalte von Beyond the Wall zu erklären, die ich verbaut habe. Aber wie meistens kommt alles anders und hier war das auch gut so.

Diesmal war es jemand anderes, der meinte:

Eins vorab. Um das klar zu machen, bin ich kein QGiS Profi. Es gibt viele Geodatenprogramme, QGIS ist nur eins davon, aber ein tolles, freies und mit einer lebendigen Community dahinter. Auf der Arbeit muss ich leider mit ganz anderen arbeiten. Deshalb sind diese Hobby-Projekte gut zum Lernen. Und ich habe noch viel zu lernen, daher kam die Frage von grannus zum richtigen Zeitpunkt und mit Topflappen zusammen stürzten wir uns also kopfüber rein.

Und ja – das ist kein erfundener Kontinent mehr, sondern echtes Land. Mittendrin im Krieg.

Ein Hinweis noch der mir persönlich sehr wichtig ist: Wo Krieg im Rollenspiel zum epischen Abenteuer wird, verschwinden seine realen Schrecken oft hinter der Kulisse – das Trauma des Überlebens, die moralischen Abgründe. Dabei gibt es im realen Krieg keine Helden, nur Verlierer auf allen Seiten. Deshalb ist es uns wichtig, dass unser Material Krieg an keiner Stelle glorifiziert.

Das Konzept

Warum eine echte, historische Karte statt schöner Fantasy? Weil eine reale Grundlage etwas mitbringt, das man sich sonst mühsam ausdenken muss: Sie stimmt einfach. Flüsse laufen dorthin, wo sie wirklich laufen, Klöster stehen da, wo sie standen oder stehen, und wer will, kann nach der Runde nachlesen, dass es diesen Ort wirklich gab. Ein weiterer Vorteil ist, dass man echte Geodaten nutzen kann um die Karte mit Leben zu füllen.

Definition von Geodaten: Sie unterteilen sich in Geofachdaten und Geobasisdaten – diese beschreiben die Erscheinungsform der Erde (Topographie). Sie sind in einem einheitlichen Raumbezug definiert und haben für die vielfältigen Bedürfnisse von Politik, Verwaltung und Wirtschaft eine herausragende Bedeutung.

Quelle der Definition: https://www.laiv-mv.de/Geoinformation/Geobasisdaten/

Hier findet man freie Geodaten: https://gdz.bkg.bund.de/

Für eine Sandbox, in der die Spieler:innen selbst entscheiden, wohin sie ziehen, ist das Gold wert. Eine geschichtsechte Spielwiese. Das Ausdenken von Zielen und Anspielstationen wird dadurch sogar noch befeuert, da in vielen Orten geschichtsträchtiges passierte und Personen der Zeit mit Namen und einmaligem Hintergrund wirkten. Damit das auch noch etwas Fahrt aufnimmt, mischen wir unter die echten Orte ein paar erfundene, an denen später Abenteuer hängen sollen. Diese Orte haben wir einfach mit einem anderen Symbol versehen und in der Legende vermerkt. Was in die Karte überhaupt reinkommt, ist Grannus‘ Baustelle. Danach haben Topflappen und ich immer wieder geschaut, was es für freie, kostenlose Geobasisdaten gibt, die man für Hobbyzwecke nutzen darf und kann.

Grannus

Vor kurzem sagte greywiz mal über meine Person:

“…Manchmal zwingt er auch Leute einfach noch tollere Sachen zu machen, was an sich schon super ist”

Und was soll ich sagen? Ich habe es wieder getan. Nachdem JFS eine tolle Hexkarte der Region zwischen Reutlingen und Mainz zeigte, war ich total verliebt und wünschte mir sowas direkt für das Heilige Römische Reich. Und ganz zufällig hat Zeoko seinen Artikel zu QGIS kurz vorher veröffentlicht. Der Rest ist ja bekannt. 

Wo fängt man also am besten an? Vielleicht mit einem kleinen Teil, z.B. der Region Baden-Württemberg. Meine Heimat sollte einen guten Trainingsplatz abgeben.

Ein Amateur wie ich schaut also erstmal nach bereits vorhandenen Karten und ob man auf deren Basis was machen kann. Von dieser technischen Zauberei verstehe ich nicht wirklich was, sodass ich da recht blauäugig begann. 

Grannus Grundlage: Dreißigjähriger Krieg 1620-1634 in Baden-Württemberg (Quelle: Leo-BW (2026))

Quelle:https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/DOKUMENT/kgl_atlas/HABW_06_11b/Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger+Krieg+1620-1634

Zack, Karte gefunden als Basis, nun also überlegen, womit die Karte gefüllt werden soll. Dabei hatte ich mehrere Design-Ziele, was den Inhalt der Karte anging:

  1. Die Karte sollte an erster Stelle kein atmosphärisches Gimmick sein, sondern ein Werkzeug bzw. Werkzeugkasten für die Spielleitung und deren Gruppe sein.
  2. Die Lesbarkeit der Karte. Damit ist nicht die Schriftgröße oder so gemeint, sondern wie die Karte ihre Informationen preisgibt. 
Erste Züge der 1620er-Karte: Openstreetmap mit der georefenzierten Leo-BW-Karte – Dreißigjähriger Krieg 1620-1634 und einem Hexgitter
So sah das ganze dann ohne Openstreetmap als Referenz aus. Hätte man so lassen können, aber wir wollten mehr.

So, Zeoko hatte beim Anlegen dieses Artikels bereits eine kleine Auflistung vorbereitet. Nutzen wir diese doch und ich erzähle kurz was zu den einzelnen Punkten. 

Städte, Klöster und Wehranlagen 

Meiner Meinung nach sind dies die Herzstücke einer Karte aus dem Dreißigjährigen Krieg. Unabdingbar für Abenteuer, Downtime, Kontakte und allgemein die Atmosphäre dieses gigantischen Konfliktes. Alle existierenden Orte zu übernehmen, hätte den Rahmen der Karte gesprengt. Wie also auswählen? Das geschah recht organisch in einem Wechselspiel zwischen Zeoko und mir. 

Am Ende war es eine Mischung aus Städten, die: 

  • zu den größten in Baden-Württemberg gehörten
  • wichtig für den Konflikt waren
  • interessante geschichtliche Begebenheiten aufwiesen
  • mir persönlich wichtig sind, da ich in deren Umgebung aufgewachsen bin und lebe

Bei den Wehranlagen und Klöstern haben wir nicht selektiert, da bedienten wir uns munter.

Erste Versuche mit den Daten der Flüsse und Städte (Quelle: https://maps.lgrb-bw.de/)
Konfessions-Unschärfe 1620–1634

Zeoko fragte mich bei den Klöstern, welche Konfessionen diese aufweisen würden, um dies ggf. in die Kartenlegende einfließen zu lassen. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht. Erst katholisch, dann protestantisch und schließlich ein Wechselspiel an Plünderungen, Einquartierungen etc. Über die Dauer des Konfliktes geschah einiges,  daher verzichteten wir auf eine Unterscheidung bezüglich der Konfessionen. Abgesehen davon handelt es sich hier immerhin um eine Spielkarte und eine Spielleitung sollte noch etwas freie Hand haben, wenn es um solche Entscheidungen geht.

Alle Klöster aufzunehmen und deren Zuordnung hätte die Karte gesprengt (Quelle: https://www.leo-bw.de/media/kgl_atlas/current/delivered/bilder/HABW_08_06.jpg)
Die Römer und Thurn & Taxis

Wenn ich an Hex-Karten oder an Sandboxen denke, dann möchte ich Werkzeuge zur Hand haben. Bewegungsgeschwindigkeiten, Routen und etablierte Straßen sind da ein zentrales Element. Die Spielfiguren möchten sich von A nach B bewegen – welche Möglichkeiten haben sie? Kommen sie gut zu Fuß voran? Oder ist das Gelände zu schwierig? Benötigen sie Pferde oder können sie sich gar eine bequeme Reise per Kutsche leisten? Flussstraßen waren auch sehr beliebt, besonders bei den Armeen und deren Artillerie. Bei den Straßen bedienten wir uns bei den Römern, das kann man doch immer guten Gewissens machen. Inspiriert (oder vielleicht geschädigt?) durch Warhammer Fantasy mag ich auch die Vorstellung von Spielfiguren in Kutschen, Poststationen und wehrhaften Gasthäusern außerhalb der Städte. Dazu kam noch der starke Artikel vom Oger zum Thema “Briefe und Depeschen (zuerst auf seinem Blog und dann schließlich im Gazer #3). Das alles versprach einiges an Spielmöglichkeiten. Also rein damit.

Wir haben stellenweise mit sehr großen und sehr verschiedenen Datenbergen gearbeitet (Geodaten aller Städte, Gemeinden und Gewässer von Deutschland, Wege der Römer durch halb Europa und viele andere) Trotz äußerster Sorgfalt können sich in einer Karte Fehler einschleichen. Wenn ihr welche findet, schreibt sie mir gern per PM. Und die Karte ist eher fürs Online spielen konzipiert. Es wurden nur wenige Testdrucke erstellt. Vielleicht gehen wir das noch einmal an.

Neckar, Rhein, Bodensee

Ganz zu Beginn stellte sich auch die Frage, welche Regionen besonders wichtig waren. Daran konnten wir uns etwas entlanghangeln. Auf der endgültigen Karte sind diese Regionen aufgrund der Lesbarkeit sehr dezent umrandet worden.

Insgesamt war mein Anteil bei diesem Projekt recht gering. Meiner Meinung nach. Zeoko hat ordentlich Blut geleckt bei der Recherche. Ich denke (und hoffe), ihn hat das Spiel im Dreißigjährigen Krieg nun ebenfalls gepackt. Basierend auf der endgültigen Karte geht es dann los, denn die Karte soll bespielt werden. Tabellen wollen erstellt werden und Abenteuerorte platziert werden. Ich gebe nun ab an Topflappen. Vielen Dank fürs Zuhören.

Topflappen

Ein Glück gibt es recht viele frei verfügbare Geobasisdaten aus verschiedensten Quellen, auf die wir zurückgreifen konnten. Erst einmal eine Karte, die alles Heutige zeigt, also Städte, Flussverläufe, Straßen, Verwaltungsgrenzen etc. In dem Fall haben wir uns wieder an OpenStreetMap bedient, weil das einfach eine sehr gute Open Source Grundlage ist. Und auf dieser Basis konnten wir alles andere erstellen, sodass es auch wirklich am richtigen Ort liegt.

So wussten wir dann auch, wo genau das Hexgitter liegen sollte, nämlich auf Baden-Württemberg. Zur besseren Orientierung und damit man später einfacher kommunizieren kann, wo was auf der Karte ist, bekam das Hexgitter auch noch eine Beschriftung mit den Spalten als Buchstaben und den Zeilen als Zahlenformat. Damit hat jedes Hexfeld eine einzigartige Kennung. 

Ein ganz wichtiger Punkt ist außerdem das sogenannte Georeferenzieren. Das ist ein Vorgang, mit dem wir verschiedenste Karten, die selbst über keine Lagedaten verfügen, ins GIS ziehen können. Und zwar dorthin, wo sie in der Realität liegen. Dafür setzen wir sowohl auf der OpenStreetMap-Karte, als auch auf der neuen Karte per Hand mehrere Referenzpunkte dort, wo die Karten identisch sein sollten. Bei Karten mit kleinem Maßstab wie dieser (für ein ganzes Bundesland) können das beispielsweise Städte sein, ein bestimmter Punkt an einem Seeufer oder eine Flussmündung. Alles Sachen, die sich nicht unbedingt weiterbewegt haben dürften. Das ermöglicht es uns, Kartenmaterial auch aus analogen (oder digitalen) Büchern einzubinden, um es als Vorlage zu verwenden. So hat Zeoko das beispielsweise mit einer Karte gemacht, auf der die damaligen Postwege eingezeichnet waren. 

Postrouten (Postcourse) in Baden-Württemberg 1490-1803 (Quelle: Leo-BW (2026))

Im ersten Schritt werden die Karten georeferenziert und dann können wir das, was uns von den Daten interessiert – in dem Fall eben die Postwege – als Vektorlinien “abzeichnen” und separat abspeichern. Dann hat die alte Karte ihren Dienst getan und wir haben neue Daten, die wir in unserer eigenen Karte darstellen können. Die Hauptarbeit hat dabei Zeoko gemacht, ich stand dann eher mit Tipps und Vorschlägen zur Seite. 

Georeferenzieren der Postwege-Karte (rechts) in QGIS mit Hilfe von OpenStreetMap (links). Die Linien zeigen auf beiden Karten denselben Ort.
Vektrolinien in QGIS die die Postwege der Vorlage nach dem abzeichnen, abbilden.

Außerdem ist die “Landschaft” der Geodaten in Deutschland etwas unübersichtlich – wie könnte es auch anders sein. Jedes Bundesland hat seinen eigenen Satz an verschiedensten Geodaten und mindestens einen eigenen Onlineviewer dafür. In der Regel können wir diese Layer als Web Map Service oder Web Feature Service zwar direkt im QGIS-Projekt anzeigen, aber trotzdem muss man die erstmal zusammensammeln. 

Für Baden-Württemberg gibt es beispielsweise den Kartenviewer „UDO“ für Daten, die mit Umwelt und Natur zu tun haben (Gewässernetz, Schutzgebiete, Umgebungslärmkarten oder Freiflächen-Photovoltaik,…). Daneben gibt es den bereits oben genannten Leo-BW, das Landeskundliche Informationssystem Baden-Württemberg, das sich eher mit kulturellen und historischen Daten befasst. Zusätzlich stellt auch das Landesamt für Geologie (LGRB) Geodaten zur Verfügung, diese befassen sich aber eher mit den Themen Bodenkunde, Geologie, Erdbeben etc.
Was das zeigen soll: es gibt jede Menge Daten, aber wir müssen wissen, wie wir daran kommen und wie wir sie finden. In anderen Bundesländern sieht es übrigens ähnlich aus: es gibt nicht den einen Datendienst oder die eine Website. Mit so einer Aufgabe ist also immer auch etwas Recherche verbunden.

Danke euch beiden.

Zeoko

Danke Topflappen und Grannus, weiter geht mit den Grundlagen der Karte und der letztendlichen Ausgestaltung. Eine Warnung vorab, auf diesem Weg gibt es einige Rabbit Holes.

Schummerung

Die Schummerung oder Hillshade bildet die Grundlage für unser Höhenprofil innerhalb der Karte. Früher langwierig, aber wunderschön per Hand gezeichnet, übernimmt das heute QGIS mit Daten des europäischen Copernicus Programms und die haben es in sich.  Satelliten tasten die Erdoberfläche mit Infrarot Lasern ab, aus den Rohdaten wird dann ein Höhenbild erstellt. Wer mehr über diese Satelliten wissen möchte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Quasar und https://www.das-wissen.de/natur-umwelt/wissenschaftliche-entdeckungen-natur-umwelt/quasare-und-ihre-bedeutung-fuer-die-astrophysik Mein Technik-Nerd Herz schlägt schneller, wenn ich mir vorstelle, dass die Satelliten sich an Quasaren  im Weltraum orientieren. Hier eine kleine schematische Skizze wie die Satelliten diese Daten erhoben haben.

Zurück zum Projekt: aus dem Höhenbild kann QGIS dann ableiten, wo es hoch und wo es tief ist, quasi macht es das am Farbwert. Dann spielt man etwas mit den vielen verschiedenen Einstellungen. Zum Beispiel kann man einstellen aus welcher Richtung die Beleuchtung stattfinden soll und dann hat man eine Geländeoberfläche als Grundlage, durch die man mit Grautönen plastisch darstellen kann, wo Flachland ist, wo Mittelgebirge und wo Hochgebirge. Das ist später noch wichtig für die naturräumliche Gliederung.

Leider sind diese Daten von heute und nicht von 1620, aber da wir die Schummerung nur als grobes Gelände nutzen wollten, war das für uns vollkommen okay. Es unterstützt das Gefühl der Umgebung innerhalb der Hexfelder, bildet Bergketten oder Flusstäler perfekt nach, ohne dass wir zeichnen müssen und ein Berg von 1620 ist heute meistens auch noch ein Berg. Und da die Daten europäischer Herkunft sind, haben wir keine Ländergrenzen die die Daten beschneiden.

Vulkane und Städte

Bei der Recherche war aber auch spannend zu erfahren, was alles als Steinbruch herhalten musste und deshalb heute kaum noch als Vulkanschlot erkennbar ist. Die Idee für Vulkane kam aus dem Barcosa Discord aus einem Gespräch mit @Ampersandy, danke dafür. Wir haben ein paar der Vulkane zufällig ausgewählt und sie in OpenStreetMap gesucht. Dort, wo die Vulkane liegen, haben wir dann Punkte in einem neuen Layer gesetzt und diese zuletzt noch in Form von hübscheren SVG-Symbolen dargestellt.

Faszinierend dabei war für mich auch der Fakt, dass manche Burgen direkt unter sich einen inaktiven alten Vulkanschlot haben. Perfekt für das Finale einer Session oder sogar Kampagne. Das Tor zur Hölle öffnet sich oder alles explodiert, weil der Vulkan doch nicht so ruhig war. Wir haben nur ein paar zusammen getragen. Es gibt noch viel mehr aber auch hier musste die Anzahl der Lesbarkeit der Karte, reduziert werden. Das Übereinanderliegen von Symbolen war für dieses Projekt eine Herausforderung.

Die Festungsruine Hohentwiel bei Singen im Hegau ist mit rund neun Hektar Fläche die größte Burgruine Deutschlands. Sie thront auf einem erloschenen, rund neun Millionen Jahre alten Vulkan

Was die Geodaten der Orte angeht, hätten wir beinahe einen anderen groben Fehler begangen. Karlsruhe wurde von Durlach aus erst 1715 als Planstadt gegründet. Deshalb war die Karte von Leo-BW so wichtig, da die Postroutenkarte direkt nur Orte genannt hatte, die es zu der Zeit schon gab. Uns wurde dadurch viel Recherche abgenommen. Gleiches gilt für Friedrichshafen, das zu dieser Zeit noch Buchhorn hieß. Solche kleinen Details erfreuen mich beim Karten erstellen am meisten. Weil man dabei noch etwas lernt. 

Gewässer

Beim Verlauf der Flüsse und der Lage der Seen konnten wir nur schwer etwas mit den Geodaten machen. Die Flüsse haben den Verlauf von heute. Einige Quellen konnten wir betreffend der Donau vor der Begradigung ausfindig machen, aber die Einarbeitung dieser Grundlagen schien uns zu zeitraubend. Wichtig ist letztlich nur, dass ein großer Fluss in diesem oder jenem Hexfeld ist. Das nennt man dann bei der Bearbeitung von Geodaten “Generalisierung” und wurde hier großzügig genutzt. Im unten stehenden Bild sieht man die QGIS Oberfläche als Daten wurden ausgewählt die Gewässer, hier der Fluss Neckar, die LEO BW Karte der Postrouten und Openstreetmap. Eine Dreifach Präsentation des gleichen Flusses. Und die Abweichungen sind verkraftbar.

Darstellung der Geodaten Gewässer – Fluss Neckar
Look and Feel
Erster Test der Karte mit Rahmen, Legende und Karteninhalt.

Beim aussehn der Karte schwebte uns ein Stil vor der etwas gedämpft und erdig wirkt. So wie man sich Karten des 17. Jahrhunderts vorstellt. Nicht druckfrisch, sondern alt und wiedergefunden. Am besten wäre, dass dann noch alle Kartenelemente selbst gezeichnet wären oder sogar noch handgemalt auf Pergament. Wenn es da doch nur was gäbe.

Ohne viel Werbung machen zu wollen, es gibt da was und das auch noch Kostenlos:

Ich arbeite im Hintergrund auch für mein QGIS Kartenprojekt daran, wie man das am besten für die Hexmaps nutzbar macht. Die Bibliothek, die K.M.Alexander zur Verfügung stellt, ist riesig. Er hat einfach alte Karten hergenommen und deren Symbole und Zeichnungen zu PNGs und Brushes verarbeitet. 

Fertige Karte

Und hier ist sie, die erste Version ist vom 15.06 und heute am 23.08 veröffentlichen wir stolz die fertige Version

Ausblick

Für eine einzelne Karte ist der Stoff damit beisammen – mehr würde sie überladen. Und die Datensammlung dahinter wächst sowieso munter weiter; wenn man einmal schaut, was es weltweit an Datensätzen gibt, wird einem ganz schön schwindelig vor Möglichkeiten. Was mich am meisten freut: Das Projekt macht uns allen sichtlich Spaß. Wir wollen jedenfalls weiter machen und haben schon weitere Gebiete im Blick.

Danksagung

Mein Dank geht vor allem an:

  • Grannus, für die Idee und die historische Sorgfalt.
  • Topflappen, dafür, dass du meine verrückten Karten-Ideen wieder technisch möglich machst und dein Fachwissen so frei teilst.

Wenn ihr Leser:innen wollt, berichten wir gerne weiter über das, was noch kommt.

Hinweis
Quellen

Hier unsere Quellen:

  • © LGL Baden-Württemberg 2026, dl-de/by-2-0
  • © LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg 2026, dl-de/by-2-0
  • © GeoBasis-DE / BKG 2024 (Daten verändert), dl-de/by-2-0
  • © Itiner-e (Brughmans et al. 2024), Römerstraßen: CC BY 4.0, itiner-e.org
  • © 2024 by Brughmans, Pažout, de Soto and Bjerregaard Vahlstrup is licensed under CC BY 4.0
  • © LUBW Baden-Württemberg, nach Meynen & Schmithüsen, Naturräume
  • © Historische Einordnung der Bewaldung nach: Volk (2017–2020),
  • © Historischer Atlas von Baden-Württemberg (LGL/LEO-BW)
  • © Bundesamt für Naturschutz (BfN)
  • © European Space Agency (2024). Copernicus Global Digital Elevation Model. Distributed by OpenTopography. https://doi.org/10.5069/G9028PQB. Accessed 2026-07-12
  • © DLR e.V. 2010-2014 and © Airbus Defence and Space GmbH 2014-2018 provided under COPERNICUS by the European Union and ESA; all rights reserved.
  • © https://kmalexander.com/free-stuff/fantasy-map-brushes/#support
  • Zur Methodik: Fließgewässer, Seen und Städte zeigen den heutigen Stand. Römische Straßen und die historische Bewaldung sind Rekonstruktionen (~150 n. Chr. bzw. ~1620) auf Basis archäologischer https://itiner-e.org/ und naturräumlicher Quellen (Bewaldung naturräumlich abgeleitet nach Meynen & Schmithüsen) und sehr grob gehalten. Diese Karte dient einem Tischrollenspiel als Hexfeldkarte und ist rein fiktional und für Hobbyzwecke.

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